Entgleisungen

Donnerstag, 7. Juni 2018

Dilettantenstadl

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Ist denn die Frage erlaubt, welches Stück hier wohl aufgeführt wird? Womöglich hilft ein Blick auf die besetzten Rollen und traurigen Requisiten:

  • ein unfähiger, kommunikations-taubstummer, desinteressierter Plattforminhaber, der es nicht mal schafft, seinen vor über drei Monaten selbst gesetzten Abschalttermin planmäßig einzuhalten,
  • ein vermeintlicher Retter in der Not, der sich öffentlich das Rüschenhemd aufreisst, "guten Willen und einiges an Optimismus" beteuert, angeblich blogrettende Vorschläge übermittelt, von denen jedoch der Plattforminhaber gar nichts weiß, weil sie offenbar niemals wirklich abgesandt wurden,
  • verwirrte Nutzer, mit deren Emotionen in ignorantester Art und Weise gespielt wird, teils in nächtliche panische Backup-Aktionen gezwungen, die sich am nächsten Morgen plötzlich als gar nicht mehr so zeitkritisch herausstellen,
  • Zusatzkosten für Blogs und Webspace, die jetzt mangels (ursprünglich klarer) Übergangsregelung eine undefinierte Schneewittchen-Existenz fristen,
  • sich wiederholende Sicherungen und Importe, um Alt- und Neublog immer wieder zu synchronisieren, für den Fall, dass sich der erratische Plattformbesitzer doch plötzlich über Nacht anders entscheidet und den Stecker zieht.

Da kommt man sich schon ordentlich geleimt vor. Unnötige Arbeit, ins Leere gelaufene Emotionen und verschwendete Lebenszeit für ein phänomenales Dilettantenstadl ohnegleichen. In der IT- und Business-Welt kann man schon so einiges erleben, aber dieses unterirdische Schauspiel öffentlichen Dilettierens ist wirklich mit Abstand das absolut traurigste und peinlichste der letzten Dekade.

Ich entbiete allen schuldhaft Beteiligten an diesem Desaster meinen Glückwunsch zum Preis für das Lebenswerk in der professionellen Darstellung des kläglichen Versagens.

Freitag, 1. Juni 2018

Tag Minus1 - Frischer Wind

Mal'n bißchen frischen Wind und Höhenluft hier reinbringen für die letzten Stunden/Tage. Wie soll man auch wissen, was exakt die VI-Leute unter 31.05.2018 verstehen/werden. Besser, man bleibt da nüchtern und reißt nicht gleich seinen halben Blog ab wie Frau Araxe. ;)

Freitag, 18. Mai 2018

Tag 13 - Schließungsankündigung

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Wie bereits an anderer Stelle definiert, ist das DSGVO ein "awful clusterfuck of epic proportions". Während Österreich wohl eine sehr viel mildere Auslegung der Verordnung anstrebt und private/nicht-kommerzielle Webseitenbetreiber weitgehend ausnimmt, ist das für Deutschland überhaupt nicht klar und wird womöglich erst in vielen kommenden Gerichtsverfahren genauer geklärt.

Als Freiberufler bin ich mittendrin im Redesign der Unternehmenswebsite, um alle noch so abseitigen DSGVO-Forderungen umzusetzen und die Seite weitestgehend abmahnsicher zu machen. Das reicht mir allerdings und ich werde den Aufwand für dieses Blog hier nicht duplizieren.

Um das Risiko bzgl. Abmahntrollen weiter zu minimieren, werde ich NeonWilderness per 25.05.2018, 00:00:01 Uhr, für alle öffentlichen Besucher sperren. Für Twoday-Blogger:innen, die mit ihrem Twoday-Account eingeloggt sind und einen eigenen Blog haben, ist der Zugang wie gewohnt möglich. Ohne erfolgreiches Twoday-Login geht dann jedoch nichts mehr.

Wer evtl. auch an dem selbstgeschriebenen Closed-Shop-Script interessiert ist: bitte Kommentar hinterlassen!

Mittwoch, 16. Mai 2018

Tag 15 - Blognamenkurzromane

Aus unserer bewegenden Serie Letzte Tage bei Twoday 

HeuteDer abgeschlossene Kurzroman aus Blognamen

Heute musste ich wieder an Eugene denken und was sie wohl aus den letzten Twoday-Tagen gemacht hätte. Sie hat immens viele Spiele, z.B. Filmtitelraten und Buchklappentexte, auf dieser Plattform organisiert und Menschen damit in Bewegung gebracht. Und als ich diese witzige Liste der Blognamen sah, dachte ich, was Eugene wirklich gefallen hätte, wäre, Kurzromane aus den Twoday-Blognamen zu schreiben (oder schreiben zu lassen). Gerade jetzt, so kurz vor dem Ende, um die Blogs noch einmal Revue passieren zu lassen, bevor sie ganz verschwinden. Hier also ein Beispiel als Beginn und als Vorschlag zur spielerischen Nachahmung:


Der abgeschlossene Kurzroman

yvonnepaul kam mit andreaherrmann aus der geschichtenmanufaktur und hatte langeweile: Jesus, dieser christianholzer ist so ein bloedbabbler. Eine schlafmuetze, der gehört echt ins museum. Wenn er nicht noch zur violine gegriffen hätte, der schmollfisch. Solch eine zaubertrulla! 120min - das grenzt doch an mindcontrol! Und der bekommt auch noch foerdermittel von der peterdruckersocietymannheim!!!

Wollen wir trotzdem noch deprifrei in die musikstube oder in die ostseemoewe?
Oje, krass, ich brauch meinen winterschlaf im hotelmama!
Mach doch mal 'ne nasendusche, du pummelfee, is' meinebescheidenemeinung, altefrau! Sag mal, du lachmaus und abschleppsenkel, biste wieder fremdgegangen?
Korrekt, war'n frischerfang, der hieß superwallah, so'n citytourist und pizzafan, achtundneunzig aber kein bisschen platt. Das wird'n richtiger neuanfang, kein rohrfrosch!
gesundgeniessen macht gluecklich, du süße dickbauchschnecke! Glaub mir, ich könnt auch haraldwalser im volksparkstadion daten, der ist erst einundachtzig und absolut kein prolet, steht aber auf arztspiele!
Alle Achtung, spezialistin und fuckingpornoqueen, da fehlen mir die argumente für freieliebe, du scharfe meeresgrotte. Blaublind aber lustig in die borderlineselbsthilfe!
Jetzt mach' hier bloß keine montagsdemo, bleibt meingeheimnis, newbie, sind alles altesaeckeuntersich.


Wer auch Blognamenkurzromane schreiben will, kann sich einfach durch die Blogroll treiben lassen: https://www.twoday.net/main?start=xxxx als URL eingeben, wobei xxxx irgendeine höhere Zahl ist, am besten durch 15 teilbar, weil immer 15 Blogs auf einer Seite stehen. Viel Spaß beim Kurzromanschreiben. ;)

Mittwoch, 25. April 2018

Suchspiel: Wo ist das Paket?

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Ist manchmal gar nicht so leicht, den Zettel des Paketboten zu dechiffrieren, wenn man die Lieferung verpasst hat. Manchmal wünsche ich mir dazu ein Standardwerk Paketbote - Deutsch / Deutsch - Paketbote. Das würde die Suche deutlich verkürzen. Wer hilft bei der Übersetzung?

Also unter der Bettdecke des Nachbarn war es auf jeden Fall nicht — soviel kann ich schon mal sagen.

Donnerstag, 8. März 2018

Voodoo-Wohnideen

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Die Flexform-Sofas brauchen dringend einen neuen Stoffbezug. Kein Zweifel. Das Investment ist definitiv fällig, denn die beiden Oldies haben schon über eine Dekade extensiver Nutzung hinter sich, sind von der italienischen Substanz aber immer noch fabelhaft. Was liegt also näher (und bequemer) für Düsseldorfer, mal kurz die 20min über die A52 nach Roermond/NL zu fliegen und beim großen Sijben nach möglichen Stoffen zu schauen, die man dem Polsterer seines Vertrauens später in die Hand drücken kann.

Für jemanden wie mich, der Einrichtungshäuser vielleicht alle 5 Jahre mal aufsucht, und dann nur im echten Bedarfsfall, ist das sehr interessant, was man heutzutage alles als Wohn-Deko zum geneigten Kauf anbietet.

Zum Beispiel diese Holzskulptur (?), deren zwei schwarz-weiß gelockte Protagonisten zwei rotköpfige Teufel (??) in leicht gebückter Haltung (???) eng vor sich halten (????) und mit ihnen Dinge tun, die die beiden offensichtlich nicht gut finden (wahrscheinlich sind die Köpfe deswegen rot vor Wut). Puh, was die sich thematisch heute alles so an einem Montessori-Handwerks- und Kreativ-Tag zusammenbasteln — oder wo immer das sonst entstanden ist — das ist schon sehr beeindruckend.

Als ich auf das Preisschild linse, steht da EUR 1.080,-. Ich vermute stark, der Aufbau ist Teil einer niederländischen Version von "Verstehen Sie Spaß". Jedenfalls konnte ich mich nicht wirklich zum Kauf durchringen. Und den perfekten Stoff für die Sofas habe ich auch noch nicht. War wohl echt nicht mein Tag.

Mittwoch, 7. Februar 2018

Scheiblettenkäse tötet!

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Today I Learned...

Todesfall in Berlin. Ein Mann, der sich mit Scheiblettenkäse belegt, eine Nylon­strumpf­hose über den Ober­körper zieht, einen Plastik­regen­mantel anzieht, in einen Taucher­anzug steigt und dann mit einer Plastik­tüte über dem Kopf vor die eingeschaltete Heizung setzte – weil es ihm Lust bereitet.

Nylon. Voll OK! Latex. Wer's mag. Scheibletten­käse? Herrje, ich weiß nicht, was in der sexuellen Prägungs­phase meiner Jugend falsch gelaufen ist, aber ich kann NICHT auf Scheibletten­käse! So gar nicht! Es törnt mich überhaupt nicht an. Nicht mal, wenn Maggie Gyllenhaal nackt darunter­liegen würde. Nicht mal essens­technisch. Also überhaupt nicht, denn Scheiblettenkäse ist super ungesund. Und tötet. Siehe oben.

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Kitkatpizza

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Ich weiß nicht, was derzeit mit der Menschheit los ist. Insbesondere mit Lebens­mittel­kombi­nationen, die sie für essbar hält. Offensichtlich gibt es aber für jede noch so abstruse Scheuß­lichkeit kommerzielle Abnehmer (aka zahlende Kunden), die sich den Mist mit Freude in ihre Hohl­kopf­öffnung stopfen.

Geht es wirklich noch schlimmer, so frage ich, als diese neueste Kreation des lokalen Pizza­liefer­dienstes, die nur in einem Anfall höchster Menschen­verachtung und unter maliziöser Anwendung schauder­haftester lukullischer Geschmacks­verirrungen entstanden sein kann:

Kitkatpizza!!!

Habt ihr sie noch alle? Kitkatpizza!!? Pizza mit Kitkat drauf? Und Vanillesauce (d.h. juristisch abgesichert "Dessertsauce mit Vanillegeschmack", weil da natürlich alles mögliche drin ist außer echte Vanille)? Ein weihnachtliches Highlight industriell verarbeiteter Lebensmittel. Es geht zu Ende mit der Spezies Mensch, da kann es jetzt keine Zweifel mehr geben. Nicht nach Kitkatpizza.

Dienstag, 12. Dezember 2017

Russenmafia im Fitnessclub

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Wenn ich meinen Sportteil an einigen Wochentagen abends gegen 22:00 Uhr beende, sind nur noch wenig Leute im Fitnessclub. Daher treffen sich im Saunabereich oft die gleiche Handvoll Menschen zum Schwitzen: der taxifahrende Spanier, der seine Schicht im Fitnessstudio beendet, der Pole mit medizintechnischem Hintergrund, der jedem gerne etwas verkaufen würde, der an Morbus Bechterew erkrankte Deutsche, der tapfer seiner schleichenden Versteifung entgegenwirkt. Und ich. Und seit neuestem 8 Russen im besten Testosteronalter.

8 Russen!

Ich weiß nicht, ob Sie schon mal 8 Russen in einem Ruheraum von knapp 6x5m erlebt haben? Niemals hätte ich z.B. geglaubt, dass ein Mensch generell in der Lage ist, eine Stunde am Stück zu sprechen, ohne Punkt und Komma, und ich glaube, ohne Luft zu holen. Russen atmen nämlich nicht. Das würde sie nur beim Sprechen stören. Sie quatschen in einem fort, laut, durcheinander, übereinander. Stellen Sie sich einen Airbus 380 vor, der mit Vollschub bei einer Landung durchstarten muss und direkt an ihrem Ohr durch den Ruheraum fliegt. Ungefähr so klingen 8 Russen.

0%!

Üblicherweise bin ich ein Freund des offenen Wortes und scheue auch keinen Konflikt. Jedoch weiß ich, wie und was die Russen trainieren, denn sie machen ein gemeinsames Boxtraining im benachbarten Kursraum — und das ziemlich professionell. In einem Anfall heroischer Verwegenheit habe ich mal kurz meine Siegwahrscheinlichkeit ausgerechnet, gegen 8 boxerfahrene Russen zu kämpfen. Es kam irgendwas unter 0% heraus, deswegen lasse ich es.

Aus dem Tsunami an ohrenbetäubender Russenkonversation werde ich nicht schlau. Das ist verzeihlich, weil ich kein Russisch spreche. Nur manchmal schnappe ich das ein oder andere deutsche Wort auf wie "Mercedes", "Audi", "Betriebserlaubnis" oder "TÜV". Wohlwollende Menschen würden jetzt denken, diese jungen aufstrebenden Russen machen eine deutsche Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker im Sinne der internationalen Völkerverständigung. Ich aber bin sicher, es ist eine gemeine Schieberbande der Russenmafia, die im Auftrag von Putin deutsche Luxusautos klaut und sich abends in der Sauna von ihren anstrengenden Schurkentaten erholen muss.

2 Fliegen, 1 Klappe!

Das sage ich natürlich nicht. Ich bin ja nicht lebensmüde. Stattdessen ärgere ich mich ersatzweise über Leute, die im Umkleideraum laut telefonieren. Oft sind das wichtige Geschäftsgespräche, aber anstatt einen ruhigen Ort aufzusuchen, um ihrem anrufenden Kunden etwas zu verkaufen, tun sie das mitten in der Umkleide. Manchmal so laut wie die Russen. Dann überlege ich mir, dass ich ja jetzt dazwischenspringen und gut hörbar für den Kunden am anderen Ende ins Telefon rufen könnte: "Schön, dass Sie wieder da sind, Herr Meier, soll ich Ihnen heute ein oder zwei Mädels auf's Zimmer schicken?". Oder: "Sollen wir Ihnen die gekauften Kalaschnikows schon mal in den Kofferraum packen, Herr Meyer?"

Bisher hab ich das aber noch nicht gemacht. Ich fürchte nämlich, dass die Russenmafia davon Wind bekommt und dann die vermeintliche Konkurrenz umnietet. Wobei, je länger ich darüber nachdenke, sich dann gleich zwei Probleme auf einmal auflösen würden...

Dienstag, 5. Dezember 2017

Talking Dickhead

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