Außergewöhnliches

Montag, 16. April 2018

Blog Export Tool v1.2 - bitte aktualisieren!

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Infos zum Warum und Weshalb sowie den Link zum Download gibt's hier.

Es bleiben per heute noch 45 Tage, um Bloginhalte zu sichern. Ich rate eindringlich dazu, nicht bis zum letzten Tag damit zu warten. Wie an der Börse wird es sehr eng und chaotisch, wenn plötzlich alle durch die Ausgangstüre wollen. Es gibt keine Garantie, dass die Plattform das schafft, wenn 100 (oder auch nur 10) Leute gleichzeitig Exportläufe starten.

"Sichern" impliziert auch nicht, dass man sofort einen neuen Blog irgendwo eröffnen muss. Aber es erhält die wertvolle Option, dies doch irgendwann unter Beibehaltung seiner Bloghistorie tun zu können. Nach dem 31.05.2018 ist diese Option automatisch verfallen, wenn Sie bis dahin nicht gesichert haben.

Falls Sie die reine Sicherung oder auch eine vollständige Übertragung Ihres Blogs auf Wordpress lieber delegieren wollen, senden Sie mir ein Mail (oben rechts in der Menüzeile auf den Briefumschlag klicken) — ich melde mich dann mit weiteren Informationen.

Montag, 26. März 2018

Fressen und gefressen werden

1 Vietnam im März. Auch hier haben Hunde nur eines im Sinn: fressen. Besonders, wenn Nahrung knapp ist und auf dem Tisch noch Reste stehen.

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2 Manchmal kommen sie aber auch selbst auf die Speisekarte. Jeden Tag werden Straßenhunde gefangen und gegessen, weil Menschen sonst hungern.

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3 Man kann es den mageren Katzen ansehen, wie wenig Essen für sie überbleibt. Ist evtl. aber auch eine clevere Strategie, nicht selbst auf dem Herd zu landen.

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4 Zusammen vietnamesisch kochen. Gummistiefel in der Küche sind absolut ok.

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5 Und das Ergebnis ist unfassbar lecker und macht zufrieden nach einem anstrengenden Tag.

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Mittwoch, 21. März 2018

Vietnam im März

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Der gar nicht mehr so kleine Neon sendet ein Bild aus seinem Backpacking-Starter-Hostel in Hanoi/Vietnam. Welch ein Tsunami an Farben — meine Augen fahren Kirmes. Wird Zeit, dass auch hier der Frühling kommt. Die BMW wartet schon sehnsüchtig. Und ich auf mehr Bilder und Farben auf seinem Weg von Hanoi nach Ho-Chi-Minh-Stadt (Ex-Saigon).

Dienstag, 6. März 2018

Zukunft Antville?

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Seit Twoday das Ende seiner Existenz terminlich disponiert hat, setzen einige Blogger:innen inbrünstige Hoffnung auf ein stabiles Weiterleben bei Antville. Das Angebot der vollständigen Daten­bank­über­nahme ist generös und verspricht Bequem­lichkeit: der Umzug wird von Antville gemanaged, man muss selber nichts tun und alles bleibt, wie es ist. Aber ist ein "Weiter so" für noch lebendige Blogs auch tatsächlich die richtige, weil nach­haltige und zukunfts­sichere Lösung?

Es war Zorras Kommentar, der mich nach­denklich machte. In der Tat will niemand nach der Erfahrung und Agonie des erlebten Twoday-Todes wieder auf einen sterbenden Gaul steigen — und wenn man auch solch geschenktem Tier üblicher­weise nicht ins Maul schaut, macht es vielleicht doch Sinn, einmal etwas genauer hin­zu­schauen, bevor man sich wieder in ein womöglich eher kurz­lebiges Abenteuer stürzt. Oder anders, nämlich als advocatus diaboli, ketzerisch gefragt: Wer rettet hier eigentlich wen?

Die folgenden Auswertungen und Charts nutzen öffentlich verfügbare Daten der Plattformen Twoday und Antville.

Der Blogger-Aktivitätslevel ist auf beiden Plattformen relativ einfach maschinell auswertbar. Antville stellt einen eigenen Link zu seinen öffentlichen Blogs und deren letztem Änderungsdatum zur Verfügung. Bei Twoday liefert diese Information die Blogroll sowie das Datum des letzten veröffentlichten Beitrags. Ausgewertet wurden hier eine annähernd gleiche Zahl von Blogs.

Aktivität lässt sich am besten verdeutlichen, wenn man Änderungsereignisse in zeitliche Kategorien einrastert, z.B. nach Monaten für das erste Jahr, und danach einfach nach vollen Jahren. Jeder Blog wird entsprechend seiner letzten Beitragsaktivität einer Kategorie zugeordnet. Diese Methode lässt durchaus interessante Einblicke und Analysen zu.

Datenbasis 

Der größte Aktivitätspegel bei Antville liegt zu Beginn des Jahrtausends, dann folgt eine Zeit, in der es auf Twoday und Antville gleichermaßen aktiv zuging — bis etwa vor 6 Jahren die Twoday-Aktivität deutlich über die von Antville stieg und diese seitdem nie wieder unterschritt. Und das, obwohl Antville seit dem Frühjahr 2011 wieder eigene Blogneueröffnungen zuließ, wohingegen Twoday seine Tore für Neuzugänge seit April 2014 für immer sperrte. Will heißen: seit 6 Jahren liegt Twodays Blogaktivität um Größenordnungen über der von Antville, und zwar aus der bestehenden Substanz heraus ohne Möglichkeit von Neuzugängen.

Im Jahresvergleich der letzten 365 Tage wird der Unterschied deutlicher: trotz der Twoday-Selbsteinmauerung wurden dort mehr als 2,5x so viele Blogs "gepflegt" und aktualisiert als auf Antville.

Wenn aber Twoday aus durchaus nachvollziehbaren ökonomischen Gründen abgeschaltet werden soll, was heißt das dann für die Zukunftsfähigkeit von Antville? Zumal jetzt schon viele der häufig besuchten Twoday-Blogs zu eigenen, separaten Webauftritten gewechselt sind und wohl nicht zu Antville zurückkehren werden.

Auch scheint niemand realisieren zu wollen, dass die inhärenten Twoday-Probleme, die z.B. zur Google-Penalty und der Streichung aus dem Suchindex geführt haben, nicht automatisch dadurch behoben sind, dass die Plattform dann unter einer neuen Domain auf einem anderen Server läuft. Ganz im Gegenteil: als Antville-Blogger würde ich mir ernsthafte Sorgen machen, ob diese Google-Penalty nicht allzu bald auf weitere Instanzen des neuen Eigners ausgedehnt würde.

Das bereits andiskutierte Copyright-Problem kann man ernsthaft nur dann ignorieren, wenn man noch nie mit Abmahnungen, Unterlassungserklärungen und teuren Anwaltskosten konfrontiert wurde. Mag sein, dass keiner der 73515 Twoday-Blogeigner damit ein Problem hat, dass sein "intellectual property" ohne seine Zustimmung den Eigentümer wechselt. Doch was, wenn nur einer davon einen professionellen Abmahnanwalt von der Kette lässt? Möglich, dass die ganze Transferlösung von einem Tag zum nächsten vom Netz gehen muss, um hohe Folgekosten zu vermeiden. Kann man das ernsthaft zu 100% ausschließen?

Die von Zorra angesprochene Möglichkeit für responsive Webseiten (z.B. für Mobile/Tablet) ist für Antville mit einer sehr alten Version von UIKit zwar integriert, wird jedoch im Skin-System der tatsächlich betriebenen Antville-Seiten aktuell nicht verwendet. Responsive Webseiten sind mit dem bereitgestellten CSS also prinzipiell möglich, jedoch muss man selbst mit einem vollständigen Skin-Neudesign nachhelfen, wenn man das denn kann und will. Ohnehin gilt das alles natürlich nicht für die dann umgezogene, isolierte Twoday-Datenbank, die voraussichtlich — alles andere machte keinen Sinn — bis zur endgültigen Migration in die Antville-Datenbank auf dem jetzigen Twoday-Stand eingefroren bleibt.

Um das ganz deutlich zu sagen: das Angebot einer Übernahme der Twoday-Blogs seitens Antville ist großherzig, generös und sicherte durch diesen Schritt ein Stück historische Bloggeschichte vor dem Nirwana. Es könnte nach der vollständigen Integration in eine einzige homogene Datenbank mit modernisierter Technik eine wirklich gute Lösung sein! Ich glaube jedoch, dass auch die Risiken einer solchen Verschmelzung durchdacht und stringent gemanaged werden müssen, wenn die Zusammenführung eine dauerhafte Zukunft haben soll.

Als erstes könnte man jenes besser machen, woran Twoday all die Jahre kläglich gescheitert ist: eine vernünftige, vertrauensvolle, offene, zeitnahe Information und Kommunikation. Am Ende des Tages könnte sonst keiner mehr da sein, den man noch retten könnte. Menschen gehen meist den Weg der größten Sicherheit — und keiner wird bis zum Ende nur abwarten, um dann vielleicht mit leeren Händen und einem gelöschten Blog dazustehen.

Mittwoch, 21. Februar 2018

Synapsenstimulation

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Werke, die sich perfekt ergänzen

Traumschiff von ANH und Viaticum von E.S.T. — eine fast unschlagbare Kombination, um die Synapsen zum Tanzen zu bringen.

Danke an ANH für die Buchsendung; es freut mich, dass die Blogüberleitung mit Hilfe des Exporttools gut funktioniert hat!

Montag, 18. September 2017

Basteln mit Autorädern

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Gestern im Nordpark: Düsseldorfer Jungens sind kreativ und haben kräftige Waden.
1. kreativ, weil man jetzt selbst Autoräder an Eisengestelle schweißt, um sich einen individuellen Cart zu bauen.
2. kräftige Waden, weil man durch den massiven Radschrägstand in Verbindung mit der fehlenden Übersetzung (leider nur eine direkte Kettenverbindung) mit einem ziemlich starken Rollwiderstand zu kämpfen hat, der selbst junge Cartfahrer hörbar keuchen lässt. Aber das ist die sonntägliche Präsentation des Carts mit sanften Konstruktionsfehlern vor interessierten Nordparkspaziergängern einfach wert. That's street cred, man!

Hinweis an den Düsseldorfer Autofahrer, der kürzlich seinen Wagen aufgebockt und ohne Reifen vorfand: Kontaktieren Sie mich; ich weiß zufällig, wo Ihre Räder sind!

Sonntag, 12. März 2017

Und ewig grüßt der Bilderumzug

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Nach Google Drive beendet nun auch Dropbox überraschend die Funktion des öffentlichen Hostings von Ressourcen (sog. Hot-Linking). Wer noch stolzer Besitzer eines älteren Dropbox-Accounts mit einem öffentlichen Public-Ordner war und darauf aus seinem Blog auf Bilder, Videos, PDFs oder sonstige Ressourcendateien verlinkt hatte, hat ab jetzt nur noch wenige Tage bis zum 15.03.2017 Zeit, seine Quelldateien woanders unterzubringen und die relevanten Blog-Links auf den neuen Zielort anzupassen. Übrigens ist dies kein spezifisches Twoday-Problem sondern betrifft alle Webseiten (Wordpress, Joomla, statische HTML-Webseiten, etc.), die beliebige Dropbox-Dateien des eigenen Public-Ordners verlinkt haben.

Langsam bekomme ich darin eine ungeliebte Übung, mit allen Bild-, Video- und Dokumentdateien umzuziehen, denn nach Google Drive im August 2016 sowie dem notwendigen Transfer nach Dropbox ist es nun schon die dritte Lösung, die mangels ausreichendem Twoday-Speicherplatzangebot gefunden und eingerichtet werden muss.

Bei der Gelegenheit habe ich mir zwei (relativ) neue Anbieter angesehen, die jeweils in einer kostenlosen Basisversion ein brauchbares Modell für Blogressourcen zur Verfügung stellen:

  • Cloudinarygd/cloudinary.png
  • Modell Free
  • Direktlinks (Hotlinks) für alle Dateitypen (Bilder, Videos, Sonstige)
  • 75.000 Bilder/Videos frei
  • 7.500 Bildtransformationen je Monat frei
  • 2 GB Speicher
  • 5 GB Bandbreite je Monat
  •  Cloudinary
  • MediaFiregd/mediafire.png
  • Modell Basic / Free
  • Direktlinks (Hotlinks) für Bilddateien (nur JPGs); andere Dateitypen nur im Bezahlmodell
  • unbegrenzte Bildanzahl
  • 10 GB Speicher (aufstockbar auf 40 GB)
  •  MediaFire

Insbesondere Cloudinary scheint mir sehr interessant zu sein, da einerseits die Free-User-Begrenzung von 75.000 Bildern doch sehr großzügig ist, andererseits die Bild­trans­formations­möglichkeiten absolut be­ein­druckend sind: Verkleinern, Zurechtschneiden, Drehen, automatische Gesichts­erkennung und -fo­kus­sierung, Filter­anwen­dungen, Over­lays u.v.m. lässt sich auto­matisch über eine Ergänzung in der Bild-URL erreichen. Ein Beispiel­bild der Art:

Cutie from unsplash.com

lässt sich nur durch die Erweiterung der Bildadresse verändern:

Da sich Bildtransformationen beliebig verketten lassen, kann man mehrere gewünschte Veränderungen bis zum gewünschten Ergebnis hintereinanderschalten. Das alles findet dynamisch auf dem Cloudinary-Server statt — das Quellbild bleibt natürlich stets unverändert. Insgesamt eine sehr brauchbare Bild­speicher­lösung mit Zusatz­nutzen und vor allem kostenlos, wenn man — womit bei normaler Blog­bebilderung nicht zu rechnen ist — nicht in die Nähe der definierten Limits gelangt.

MediaFire beeindruckt primär durch den immensen kostenlosen Speicherplatz im Free-User-Model — 10 Gigabyte reichen wohl erst mal eine Weile, zumal man diese noch durch Freundeswerbung oder Social-Media-Verknüpfung auf sagenhafte 40 GB (!) aufstocken kann. Getrübt wird die Freude einzig daran, dass man zwar alle Dateitypen hochladen kann, jedoch nur jpg-Bilddateien direkt verlinken, d.h. per <img>-Befehl in den eigenen Blog einbauen kann (sog. Hot-Linking). Gerade das ist aber für Blogger nicht gerade unwichtig. Auch werden andere Bildtypen beim Hochladen stets auf jpg konvertiert, was zumindest bei gif- oder png-Dateien nicht besonders sinnvoll ist. Wer jedoch eh nur jpg-Bilddateien verwendet, für den ist MediaFire wahrscheinlich die Traumlösung, weil eben schier unerschöpflich (immerhin gibt's als Free-User 3.413 — in Worten drei­tausend­vier­hundert­dreizehn — mal soviel Platz wie bei Twoday). Bloggen Sie das erst mal voll!

Dritte Alternative ist (wie schon immer) der eigene Webspace, sofern vorhanden. Ein wichtiges Auswahlkriterium ist natürlich (und nach mehrmaligem Umzug nun erst gerade) die Dauerhaftigkeit und Beständigkeit der Bildspeicherlösung. Irgendwann möchte man ja doch mal für einen längeren Zeitraum mit Umzügen verschont bleiben, obwohl über aller notwendigen Bildspeicherauswahl darüber natürlich die Lebensdauer Twodays final entscheidet.

P.S. In den nächsten Tagen werden also hier einige Bildumzugaktionen, Bildadressänderungen in Beiträgen und sonstige Umstellungen stattfinden. Sorry vorab für die Strapazierung der Abo-Blogroll. ;)

Mittwoch, 22. Februar 2017

Vom Niedergang Twodays — Chronik eines angekündigten Siechtums

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Spätestens seit Twoday-Blogs nicht mehr über die organische Google-Suche auffindbar sind, gibt es eine wachsende Konfusion über die Sinnhaftigkeit des weiteren Bloggens auf dieser Plattform. Denn wenn man nicht gerade ein nettes Befindlichkeitstagebuch für sich selbst führt, will man ja doch irgendwo gelesen werden und durch Leserkommentare in eine lohnende Interaktion gelangen.

Dies allerdings ist ein Anspruch, der auf Twoday kaum mehr zu realisieren ist, denn das weltweite Internet weiß nichts mehr von Twoday und die x-1000 Blogs sind — egal mit welcher Suchwortkombination — faktisch nicht mehr über Google auffindbar. Warum das so ist, soll im folgenden näher erläutert werden. Doch zunächst die notwendige Warnung vor womöglich brachial erschütternden Fakten (sadly no fake news):

"Ihr, die ihr hier eintretet, lasst alle Hoffnung fahren"
Dantes Commedia

Die Suche nach den Gründen für das marginalisierte Google-Listing nimmt bereits groteske Züge an: manche Eigentümer politisch gefärbter Blogs halten tatsächlich die gefühlte Brisanz ihrer eigenen Texte für ursächlich und sich selbst für ein Opfer des durch Google repräsentierten brutalstmöglichen Weltkapitalismus. Blöd nur, dass völlig inhaltsunabhängig gleich alle Twoday-Blogs (=Subdomains) von der politischen Zensur Bestrafung betroffen sind, selbst ganz harmlos daherkommende Koch- und Strickblogs. Das war's dann auch zu dieser These.

Vielleicht hilft im postfaktischen Zeitalter der Blick auf harte, überprüfbare Fakten, dem Lösungsraum für das Google-Desaster etwas näher zu kommen — z.B. eine Grafik über die Entwicklung der organischen Twoday-Webseitenaufrufe vom Januar 2012 bis Januar 2017:

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Quelle: https://feinternational.com/website-penalty-indicator/?url=twoday.net&semdb=de — Daten: https://www.semrush.com

In den letzten 5 Jahren ist der organische Traffic von einem Hoch im April 2012 von 154.298 auf ein all-time-low im Januar 2017 von nur noch 237 gefallen. Dies entspricht einem desaströsen Einbruch der Zugriffszahlen um 99,85% und liegt eindeutig und unzweifelhaft an einer Kette von Google Penalties (Webseiten­bestrafungen), die sich für Twoday auf Basis jeweils neu eingeführter Prüf­algorithmen für Webseiten­qualität ergeben.

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Penguin, Possum, Panda, Pigeon, Hummingbird, Phantom — Google testet und verändert laufend seinen umfassenden Algorithmus zur Bewertung von Webseiten und gibt diesen Updates interessante (Tier-)Namen. Jeder der in der Grafik erkennbaren vertikalen Farbbalken steht für eine der vielen Änderungen des Algorithmus, welcher wiederum über die Quantifizierung zigtausender Rankingfaktoren täglich eine Gesamtwertung für eine Webseite ermittelt. Diese finale Gesamtwertung einer Webseite bestimmt unmittelbar die Position ihrer Anzeige in den Google-Suchergebnissen (SERPs).

Bewertungen kann man grundsätzlich verwerflich finden, jedoch sind diese unzweifelhaft erforderlich, wenn man als Google-Suchender relevante, aktuelle, technisch auf allen Endgeräten gut lesbare, nützliche, unmanipulierte (z.B. durch gekaufte Backlinks) Inhalte sehen möchte. Der Anspruch, "Informationen der Welt zu organisieren und allgemein zugänglich und nützlich zu machen" bedingt, dass die Abermillionen an Quellen auf Basis einer sinnvollen Kriterienmenge in eine Ordnung gebracht werden. Wer will schon Webseiten sehen, die über 10 Jahre nicht verändert wurden und z.B. die Existenz von mobilem Surfen (d.h. verschieden großen Endgeräten) beharrlich ignorieren.

Und so nimmt es nicht wunder, dass alleine die beiden letzten großen Algorithmusänderungen (Mobile-friendly und Phantom im 1.HJ 2015) ein weiteres Armageddon für das Ranking der Twoday.net Seite bedeuteten und in der Folge einen massiven Einbruch des organischen Traffics um knapp 99% auslöste. Bei 237 Google-Besuchern im Monat (!), verteilt auf alle Blogs, Spammer eingerechnet, muss man sich als Twoday-Blogbesitzer wohl keine Gedanken mehr um Reichweite machen. Man bloggt bereits nur für sich und den kuscheligen Kreis der Abonnenten.

Wenn man dann Aussagen wie "Die Sache mit Google liegt leider nicht in unserer Hand" liest, ist das auch nicht sehr zielführend und hat in etwa den Fake-News-Score eines Bowling Green Massakers. Wer anders als der Website-Eigentümer hat denn die alleinige und originäre Kompetenz, eine Webseite entlang der bekannten Kriterien so zu verbessern, zu modernisieren, zu warten, dass sie langsam aber beständig wieder im Google-Ranking steigt (bzw. gar nicht erst sinkt)? Spamfreiheit, Modernität, Aktualität, responsives Layout, technische Compliance etc. fällt leider nicht vom Himmel, sondern muss systematisch erarbeitet werden.

Um das ganz klar zu sagen: selbstverständlich hat vi knallgrau die unternehmerische Freiheit und Kompetenz, das Twoday-Produkt zu terminieren, die Investitionen für eine notwendige Modernisierung abzulehnen und die operative Nutzung der Plattform durch — sagen wir — geriatrische demografische Ereignisse und tragische Todesfälle langsam auszudünnen auslaufen zu lassen.

Professioneller und fairer empfände ich allerdings einen klaren, offenen Umgang mit dieser Business-Entscheidung und eine mutige Kommunikation, die jedem Nutzer Klarheit, Entscheidungssicherheit und hinreichend Zeit für eine geordnete Überleitung auf eine neue Lösung gibt.

Alternativ wäre auch eine klare Aussage der knallgrau GF zur geplanten Lebensdauer von Twoday willkommen. Wenn man weiß, dass die Plattform zumindest die nächsten 5 Jahre existierte, fiele es einfacher, eigene Anstrengungen z.B. in Richtung eines vollständig neuen responsiven Bloglayouts zu unternehmen.

Bis zur einen oder anderen Aussage wird das lange und elende Sterben weitergehen, bis nichts mehr da ist, wofür es sich lohnt, twoday.net in die Browser-URL einzugeben. Oder wie es der Twitter-Präsident formulieren würde: "Twoday. It's a total desaster. So sad!"

Dienstag, 15. November 2016

Wie ich zum Gynäkologen wurde

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Wenn man Möbel über ebay verkauft, die aufgrund Ihrer Größe vom Käufer abgeholt werden müssen, kann man etwas über die Menschen lernen. Und manchmal auch über sich selbst.

Schon beim telefonischen Erstgespräch zur Abstimmung eines geeigneten Abholtermins des erworbenen Möbels war ich etwas irritiert über die mitteilsame Zutraulichkeit von Hajo, der frei von der Leber über seine Frau und innere Beziehungsangelegenheiten plauderte. So erfuhr ich ohne Not und Verlangen, dass sie in getrennten Schlafzimmern nächtigten, weil er nun mal sehr laut schnarche und seine Frau zum Eindösen endlose Hörbuchgeschichten benötige, was ihn wiederum furchtbar nerve. Und dass seine Frau Ü-Eier-Figuren sammele. Und dass die Jugend ja heutzutage kaum noch etwas Gebrauchtes kaufe. Und ob ich nicht noch etwas anderes zu veräußern hätte, wenigstens aber ein paar Ü-Eier-Figuren!? Und dass Sie im Frühjahr umziehen wollen. Und noch vieles vieles mehr.

Nach 40 Minuten geselligen Transfers von Detailinformationen zuckt mein Finger doch zunehmend nervös zur roten Auflegetaste. Ehe Hajo noch neue mitteilenswerte Details einfallen, bedanke ich mich artig für das "angenehme Gespräch" und bestätige noch einmal den vereinbarten Abholtermin.

Als beide am Abholtag schließlich mit über einer Stunde Verspätung hier eintreffen, beginnt die Übergabe nicht weniger jovial und ohne Eile. Hajo, etwa Mitte/Ende 40, sympathisch, aber etwas unbedarft, ungefähr wie jemand, der mit 14 beschlossen hat, nicht mehr erwachsener zu werden, stapft also durch Diele und Wohnraum, dabei seine Ü-Eier-verrückte Frau in einer plüschbunten Daunenjacke hinter sich herziehend, bleibt mal hier, mal dort stehen, und fragt, ob dieses oder jenes zufällig zu verkaufen sei. Lächelnd schüttele ich ca. 30-50 Mal den Kopf.

"Schön haben Sie's hier!", sagt Hajo, und sieht mich eindringlich an. "Sind Sie Arzt? Vielleicht Zahnarzt?", fragt Hajo spitzbübisch und legt seinen Kopf auf die Seite. "Nein", antworte ich Hajo, "ganz bestimmt nicht". Hajo überlegt neu, aber seine Frau kommt ihm zuvor: "Aber Gynäkologe vielleicht? Sie strahlen so eine Ruhe auf mich aus.".

Puh. Ich versuche in Millisekunden, die Kausalkette der Ü-Eier-Dame nachzuvollziehen, aber komme einfach nicht auf den Grund, warum innere Ruhe für einen Gynäkologen spricht und nicht genauso für einen Proktologen, Uhrmacher oder Gerichtsboten. Bevor die Synapsen durchbrennen, erlöse ich die beiden: "Nein, nein, ich helfe Unternehmen bei der Lösung ihrer IT-Probleme.".

Hm, das scheint beide nicht besonders zu befriedigen. Hajos Frau schaut enttäuscht. Womöglich ist sie auf der Suche nach einem neuen Gynäkologen und hätte gerne einen Probetermin vereinbart, wenn es denn schon nicht mit den Ü-Eier-Figuren klappt.

"Kommen Sie, ich helfe Ihnen beim Einladen!", nutze ich die Stille und versuche, wieder elegant auf das ursprüngliche Ziel einzuschwenken. Abends schaue ich prüfend in den Spiegel und versuche zu ergründen, was mich zu einem Gynäkologen macht. Ich komme nicht darauf, aber irgendwie gibt es mir eine innere Ruhe, zu wissen, dass ich den Job auch machen könnte.

Freitag, 8. Juli 2016

Die Rückkehr der Lowther-Boxen (Teil 1)

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    Jede Box hat zwei Treiber: einen Lowther PM2 frontseitig sowie einen PM6c hinten schräg
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    Die Treiber sind ziemlich durch den Wind: bei diesem ist die Sicke fast komplett zerfallen
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    Der älteste Treiber von 1988. Die staubtrockene Sicke zerbröselt bei Berührung
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    Dieser PM6c ist noch in etwas besserem Zustand. Sicke muss aber auch erneuert werden
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    Immerhin sind die Doppelmembrane bei allen Breitbändern noch ganz gut in Schuss
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    Die Boxen sind durch die Innenfaltungen enorm schwer. Gewicht ohne Treiber ca. 30 kg.
  • lowther/low07.jpg
    Die hinteren Treiber sitzen schräg in der Box. Beide Treiber werden getrennt angesteuert
  • lowther/low08.jpg
    Furnier und Granitsprayüberzug von annodazumal sind ziemlich durch

Wahrscheinlich habe ich in letzter Zeit zu viele Hornbach-Reklamen gesehen, denn seit einigen Wochen verspüre ich den Wunsch, nach längerer Zeit mal wieder etwas Handwerkliches zu machen. So ein Zufall, dass zeitgleich auch der kleine Neon eine wunderschöne eigene Wohnung gefunden hat und jetzt dringend ein Paar guter Boxen braucht: seit Jahren (eher Jahrzehnten) stehen nämlich meine zweiten Selbstbauboxen im Keller, im unfreiwilligen Tiefschlaf, weil sie seinerzeit durch — sagen wir — weitgehend subtile weibliche Knebelung Bedrohung Zwangausübung Überzeugungsarbeit wegen ihrer angeblich "überdimensionalen" Größe (pfft, 80x36x46cm HBT ist doch wohl nicht groß!) aus dem Wohnzimmer weichen mussten. Naja, was tut man nicht alles als kompromissbereiter, beziehungsgereifter Mann: man hört Musik auf kleinen Canton-Würfeln, die nicht mal das Volumen einer Rolle Klopapier erreichen!

lowther/academy.jpgUnd herrje, was für ein Unterschied das klanglich ist! Die Boxen sind ein Nachbau der Lowther Auditorium Acousta, sehr ähnlich der späteren Academy mit äußerst kom­plexen Innen­faltungen in irren Winkeln, sogenannte Exponential­hörner, und beher­bergen jeweils zwei Breit­band­lautsprecher der englischen Firma Lowther-Voigt mit einer Frequenz­breite von 30Hz bis 20kHz.

Seit über 70 Jahren stellt Lowther diese Breit­bänder in Hand­arbeit her, die in der Box übrigens ohne Frequenz­weiche auskommen und ein sehr beeindruckendes Hörbild über das gesamte Frequenz­spektrum liefern. Leider haben die Lowther Chassis während des Dorn­röschen­schlafs doch ziemlich gelitten, wobei die Schaum­stoff­sicken ohnehin eine sehr limitierte Lebens­zeit haben.

Natürlich könnte man die Sicken selbst tauschen; auf YouTube gibt es sogar speziell für die Lowther Chassis gute Anleitungsvideos, jedoch ist bei einem der PM2s auch die Schwingspule defekt und das übersteigt definitiv meine Kompetenz. Auch sind die Lowther Speaker immer noch ziemlich teuer und meine Lernkurve bei der erstmaligen (und wahrscheinlich einmaligen) Reparatur nicht steil genug. Das geben wir dann doch besser in kompetentere Hände.

Ich werde mich stattdessen lieber um die Runderneuerung der Lautsprechergehäuse kümmern, die dringend eine neue Außenhaut benötigen. Konkrete Ideen dazu habe ich auch schon — die folgen dann in Teil 2/3.

Apropos Boxengröße: mit der Exponentialhorntechnik lassen sich ziemlich interessante Dinge bauen. Nelson Pass hat hier den Bau eines Hornlautsprechers dokumentiert, den er "Kleinhorn" genannt hat. Hm, der Mann muss auf jeden Fall Single sein, ansonsten wäre das — selbst nach Boxenliebhabermaßstäben — sehr mutig.

lowther/kleinhorn.jpg

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