Gescheitertes Loslassen

Ich war noch einmal dort, wo ich gelebt und gearbeitet hatte, sah in das Loch mit den unbegreiflichen Ausmaßen, brauchte Zeit, um mich zu orientieren. So vieles war verschwunden, Türme, Häuser, Wege, Hotels. Und Menschen. All das sah ich mit meinen eigenen Augen. Und dann versuchte ich loszulassen. Ich wollte nicht mehr die Gesichter der nun Toten sehen. Nicht mehr über die Jumper nachdenken. Nicht mehr reflektieren, was ich getan hätte, wäre ich am 11. September 2001 noch in einem Meeting auf einer der obersten Etagen gewesen.
Aber so einfach ist das nicht. So, wie manches Buch noch nachwirkt, wenn man die letzte Seite schon lange gelesen hat. So, wie man diesen letzten Kuss nie vergisst. So, wie wenn man brennende Sehnsucht fühlt, obwohl man lange fortgegangen ist. Ich weiß jetzt, die Türme werden immer bleiben, in mir. Und es ist gut, dass es so ist.
Neon!
NeonWilderness - Fr, 11. Sep. 2009, 18:48
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rinpotsche - 11. Sep, 19:24
Was ist Loslassen? Sich die Gedanken darüber verbieten ist durchaus möglich, da beherrschbar, aber was soll man mit den autark lebenden Gefühlen tun? Zulassen wäre eine bessere Strategie!
NeonWilderness - 12. Sep, 18:53
Habe ich jetzt auch gemerkt. Hätten Sie ja auch mal früher sagen können. ;)
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C. Araxe - 12. Sep, 13:55
Erinnerungen am Leben lassen, heißt nicht unbedingt, dass man damit die Gegenwart und/oder Zukunft tötet.
NeonWilderness - 12. Sep, 18:54
Manchmal stehen sie einem aber ganz schön im Weg, die Erinnerungen. Jedoch, ohne sie wäre es wiederum ein stück grauer - also behalte ich sie lieber...
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