Final eingenässt

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Letzten Freitag begab es sich, dass Herr Pathologe deroselbst seine schwere BMW zu einem feuchtfröhlichen Treffen in rheinische Gefilde steuerte, wo Herr Neon schon liebevoll an einer handgedrechselten Rucola-Mais-Cabanossi-Jalapeños-Pizza arbeitete. Schon lange hatten wir eine gemeinsame Motorradtour geplant, die uns nun, nach ausgiebiger Streckenplanung mit Calimoto (empfehlenswerte App) am Samstag über Garzweiler, den Effelder Waldsee, über Xanten nach Oberhausen führen sollte, wo wir abends Lo im Uerige treffen sollten.

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Naja, ich hätte als ersten Zielpunkt gleich den Garzweiler Aussichtspunkt angeben sollen, der einem wohl den besten Überblick über die riesigen Braunkohle-Tagebaugebiete (und -löcher) gibt; für die pure Garzweiler-Angabe führte uns Calimoto wg. diverser Straßensperrungen ein paarmal mit diversen Déjà-vus entlang des Dreiecks Erkelenz, Jüchen, Titz. Das Riesenloch, welches durch die geplante Flutung einmal zu einer riesigen Seenplatte werden wird, bekamen wir allerdings nicht zu sehen. Better luck next time.

Denn dank ausgiebigen Frühstücks waren wir eh spät dran und verließen das Abbaugebiet gleich in Richtung Xanten. Obwohl 85% Regenwahrscheinlichkeit für nachmittags angekündigt war, konnten wir die Tropfen, die auf's Visier schlugen, einzeln abzählen. Super harmlos, so weit. Und eine wirklich schöne Tour über Kerken, Geldern, das schöne Städtchen Dörfchen Sonsbeck bis zur Xantener Rheinfähre, wo wir mit anderen Bikern Sonne, Hochwasser und ein Alkoholfreies genossen.

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Im Uerige wartete bereits Lo am eigens reservierten Tisch auf uns und so wurde es allerhöchste Zeit für die nächsten 50 km Richtung Oberhausen. 5 weitere schlappe Regentropfen und 35 Minuten später stellten wir die Motorräder gleich neben der bekannten Altbierkneipe ab. Parallel zu Leberkäs, Pommes und Altbier kredenzte Lo eine verbale Stadtführung und wir wussten anschließend sogar, wo die Mutter von Claus Theo Gärtner (aka Matula) wohnte, und dass sie jetzt tot war, also die Mutter - nicht der Claus. Und das im Gdanska öfter mal der Helge Schneider abhängt, wenn er nicht grad irgendwo Strandkorbkonzerte abbricht.

Es war ein sehr schöner Abend und wir waren bereits lange die letzten Gäste draußen auf dem Vorplatz, als wir uns endlich auf die BMWs schwangen, um nach Hause zu fahren. Ich hätte es vielleicht nicht beschreien sollen, dass wir offensichtlich den angekündigten Regentag ohne größere Wolkenbrüche überstehen würden. Als wenn.

Es muss etwa in Höhe des Kreuz Breitscheid gewesen sein, als sich der Himmel schlagartig verdunkelte bis es nachtschwarz war — dann brach die Hölle los. Dicke schwere Tropfen prasselten stakkato auf's Visier. Nach wenigen Minuten merkte ich bereits wie das Wasser durch die Sympatexjacke und -hose schoss; mein Handy steckte in der Brusttasche (beides nicht wasserdicht) und musste unter einer Autobahnbrücke von mir auf einem nicht ganz ungefährlichen Spontanstopp in den Topcase evakuiert werden. Als wir endlich zuhause ankamen, war ich bis auf Boxershortlevel durchgenässt. Der kluge Pathologe hatte sich natürlich schon morgens seine Regen-Inlets in den Kombi eingebaut und konnte nur mitleidig staunen während ich hektisch mein Handy trockenföhnte.

Wieauchimmer, die Lederhandschuhe sind zwar noch bretthart, aber das Handy hat überlebt und Herr Pathologe hat am nächsten Tag immerhin komplett trocken nach Hessen rübergemacht. Und: ich freue mich auf die nächste Tour. Mit Regen-Inlets, so viel ist mal klar.

Die nächste Tour sollte dann wohl, nebst Übernachtung, in südhessischen Gefilden stattfinden, da man hier nicht nur die Reifenmitte, sondern auf vielen Strecken auch die Reifenschultern abfahren kann. Gegebenenfalls könnte ja auch der kleine Neon, sofern er einerseits bis dahin einen fahrbaren Untersatz und andererseits seine Verpflichtungen in trockenen Tüchern hat, als Begleitung mitkommen? Geboten wird ihm ein Bett auf ähnlich hohem Niveau wie mir. Und hoffentlich bis dahin auch die Möglichkeit an einem richtigen Tisch zu sitzen und zu essen.

Ja, es war ein sehr schöner Tag, man muss halt etwas geduldig sein, sich nach dem internetzlichen Kennenlernen direkt gegenüberstehen, respektive sitzen, zu können. Aber sieben oder mehr Jahre sind ja jetzt nicht so lang, oder?

Und fürs dritte Treffen planen wir dann mal das Gruselkabinett mit ein. Das wäre dann, sollte sich die Serie so fortsetzen, in 14 Jahren.

Der kleine Neon ist schon jetzt begeisterter Motorradfahrer und hat vergangenen Samstag erst die Triumph Bonneville Bobber probegefahren - insofern würde er sich sicher gerne anschließen.

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Trotzdem verschieben sich da gerade massiv die Prioritäten, da es nun entschiedene Sache ist, dass er Mitte September nach Berlin-Friedrichshain umzieht. Da werden seine Besuche hier dann sehr viel seltener werden — und obwohl wir da sehr verwöhnt waren, macht das natürlich auch etwas traurig. Kinder! Immer auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer! ;)

Insofern könnte Frau Araxe bei der Tourplanung monstermäßig nach oben rutschen, da ich natürlich kindtrennungsbedingt ab September viel Liebe und Zuwendung brauche, und das ist ja schließlich ihre Kernkompetenz, wenn man wohlwollend von ihren hämatomanischen Splatterneigungen absieht.

Das Fantasy Filmfest wurde ja von September auf November verschoben, von daher habe ich im September auch wieder mehr unverplante Freizeit. Neben den Kühltruhen kann ich aber leider keine Unterkunft anbieten, da ich mich beim neuen RL-Gruselkabinett ja bei der Wohnfläche wesentlich verkleinert habe. Im Außenbereich könnte ich höchstens noch den Pool quasi als Wasserbett anbieten. Nichtsdestotrotz ist Besuch monstermäßig willkommen und man kann so etwas auch überleben, wie der Herr Pathologe berichten kann.
Ich nehme dann die Kühltruhe, wenn sie denn beheizbar ist und/oder Sie sich wärmend dazulegen, Frau Araxe. Pool als Wasserbett ist Ende September draußen eher nicht mehr so angesagt (von klatschnasser Kleidung habe ich doch jetzt erst mal genug). ;)
Das Uerige in Oberhausen

Es war wirklich toll:
was wir immer schon einmal angedacht hatte, nämlich uns auf ein oder sogar zwei Getränke einmal zu treffen, ist endlich wahr geworden.
Und natürlich wächst vor dem vereinbarten Termin die Spannung, begleitet von der Frage, wie die jeweilig anderen, die man ja schon seit Jahren virtuell "kennt" und schätzt, wohl in der Realität sein werden.
Eine geeignete Lokalität zu finden, erwies sich nicht als ganz so einfach, aber das Uerige mit dem original Düsseldorfer Dröpje (Alt) hatte zumindest einen Biergarten, der uns vor möglichem Regen schützte.
Ich war füher dort, und nach etwas Warten wurde es schon von Weitem her satt dröhnend laut: zwei schwere Maschinen näherten sich. Dem Geräusch nach "Hells Angels"....
Doch die beiden Piloten (Neon und Herr Pathologe) kamen ohne Kutten und Ketten.
Toll, die Vertrautheit war sofort da, die Gespräche waren lebendig, und die Zeit war viel zu schnell um. Petrus hatte es gut mit uns gemeint. Zumindest mit uns zu Dritt hier in Oberhausen....
Herr Neon hatte sein mehr als feuchtes Erlebnis auf seiner Heimfahrt.

Kurzum: es war richtig schön mit Euch!
Ganz lieben Dank für Euren Besuch in der Stadt, in der die Ober hausen!
Liebe Grüße!
Lo
Also da wäre allerhöchstens Herr Pathologe mit seinem Harley Davidson Long Sleeve als möglicher Hells Angels Prospect durchgegangen. Meine Ambitionen und Möglichkeiten enden bei Schülerlotse, Ex-Ministrant und Altenheim-Verkehrshelfer (also →Straßenverkehr, um hier keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen).

Ja, müssen wir bald mal im Gdanska wiederholen! ;)
Hört sich nach ner netten Tour+Begleitprogramm an :-)

Auf wieviele km seid ihr denn gekommen, klingt jetzt eher nach nicht ganz so ausgiebiger Fahrerei ;-)

Wenn ihr tatsächlich mal in Südhessen unterwegs sein solltet, und es kein reiner Herrenclub sein muss, würde ich mich ja direkt für ein Ründchen anschließen :-D

PS. netter Titel... :-O
Laut Herrn Pathologes Trip-Zähler (ich hatte meinen beim Tanken schon wieder initialisiert) waren es um die 250 km, also tatsächlich keine Riesentour, aber wir wollten es auch angenehm halten und nicht mit unsere eingeschlafenen Pobacken wetteifern. Auch wollten wir Lo nicht allzu lange warten lassen. Die Hessentour kommt bestimmt, insofern freuen wir uns schon jetzt über weibliche Prospects und hingebungsvolle Nackenmassagen in Tourpausen.
Also 250km sind ja durchaus einiges! Je nach Strecke natürlich...

Ich komme gerne als Prospect dazu, über die Nackenmassage müssen wir aber noch mal reden, fürchte ich ;-)

BTW: wer ist denn President, und wer Sergeant At Arms? Bekomme ich dann endlich eine Kutte, die mein MC sich ja beharrlich weigert, einzuführen :-D
Wir sind aus Überzeugung streng anti-paramilitärisch und fahren nur mit Blumen im Auspuff. Daher gibt es auch keine Abzeichen und Kompetenzgrade, sondern wir nennen uns nur Huey und Dewey. Jede/r dritte Mitfahrende (aka Mitfahrer:in) ist also automatisch Louie. Und klar können wir bei der Nackenmassage reden.
Und klar können wir bei der Nackenmassage reden.
Da musste ich ja direkt laut loslachen :-D
Ganz mein Humor!

Bei Huey und Dewey muss ich leider passen, das sagt mir nix... ? Ok, leichtes Googeln teilt mir mit, dass dies die originalen Namen von Tick, Trick und Track sind :-)

Hm, also ob ich mich mit Track identifizieren kann, weiss ich jetzt nicht so recht... ich denke darüber nach.

Das stimmt, dass die originäre Referenz Disney ist, jedoch sind an der Stelle Huey, Dewey und Louie aus "Lautlos im Weltraum" (1972) gemeint, ein Science Fiction Klassiker der Boomer, Titelmusik gesungen von Joan Baez. Leider ist dieser heute im FreeTV kaum noch zu sehen, obgleich thematisch wieder brandaktuell, womöglich zuviel männliche Toxizität oder eine andere PoliticalCorrectness-Divergenz; es gibt ihn aber auf Prime und YouTube zu leihen.

Musik startet ab 0:12m und ab 1:57m ist einer der drei kleinen Roboter (vermutlich Dewey) zu sehen, die das fliegende Biotop im Raumschiff Valley Forge gemeinsam mit Astronaut Freeman Lowell (Bruce Dern) pflegen.

Mit Soylent Green einer der bedeutendsten Filme aus den Siebzigern, wie ich finde.

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