Warum Twoday stirbt

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Eigentlich bin ich ein zutiefst positiv denkender Mensch. Das mal vorab. Jedoch, wem sich einmal die prinzipielle Kausalität eines gut gefüllten Waschbeckens erschlossen hat, dessen Abflussstöpsel gezogen, dessen Wasserzulauf hingegen für immer geschlossen wurde, der kann sich auch mühelos in den kommenden, leidvollen Sterbeprozess Twodays hineindenken.

Die Faktenlage ist eindeutig: Vor fünf Monaten wurde im Rahmen einer geplanten Infrastrukturumstellung das Anlegen neuer Blogs gesperrt. Seitdem sind keine neuen Blogs hinzugekommen, doch viele Blogger:innen sind aus Unzufriedenheit gegangen. Spätestens vor drei Monaten hat die Geschäftsführung der vi knallgrau GmbH offensichtlich die Entscheidung getroffen, das Anlegen neuer Blogs prinzipiell abzuschalten und damit bewusst die Strategie eines langsamen Ausblutens Twodays initiiert.

Die grundsätzlich nachvollziehbare strategische Business-Entscheidung, das ehemalige Vorzeigeprojekt Twoday (welches übrigens schon seit längerem auch nicht mehr auf der knallgrau-Website referenziert wird) als mittlerweile reinen Kostenfaktor ohne verbliebenen Marketingwert abzuschalten, wird jedoch zugunsten einer langsamen Degeneration und Auflösung nicht offen und proaktiv kommuniziert — womöglich, um zuviel publizierter Öffentlichkeit, veritablen Shitstorm-Risiken und potenziellen Abo-Regressforderungen der Twoday-Bezahlkunden aus dem Weg zu gehen.

Wie man's auch dreht: die Kommunikationsstrategie Twodays ist ein unfaßbares Desaster. Seit 5 Monaten melden sich stetig neue Blogger an, nur um anschließend festzustellen, dass sie keine neuen Blogs mehr eröffnen dürfen. Außer der gebetsmühlenartigen Wiederholung des Satzes "Derzeit ist keine Änderung geplant." gibt es keinen professionellen Versuch einer vorausschauenden, service- und kundenorientierten Kommunikation, die dabei hilft, unnötige Zeit sowie überflüssige Nachfragen und Postings für Neumitglieder zu vermeiden — geschweige denn eine Bemühung, den teils langjährigen Bestandsmitgliedern mal eine klare Vorstellung von der (limitierten) Zukunft Twodays zu vermitteln.

Der Innovations- und Entwicklungsanspruch Twodays ist ein Bild des Grauens. Selbst minimale Aufwendungen für Reparaturen (z.B. Thalia.at Büchersuche) oder die Bereitstellung eines funktionierenden "BetterEditors" oder die Implementierung eines sicheren, fehlerfreien Bezahlprozesses sind offensichtlich ein Ding der Unmöglichkeit.

Fun Fact:
Laut Skin des Bettereditor-Javascripts hat Matthias Platzer die letzte Änderung am 16.04.2004 gemacht, vor knapp zehneinhalb Jahren. Kein Wunder, dass dieser z.B. im Chrome-Browser nicht funktioniert — den gibt's erst seit 2008.

Um dies hier ganz klar zu sagen: Ich kritisiere hiermit nicht die Arbeit von kender oder skydance, die im Namen knallgraus den Betrieb/Support der Blogplattform managen. Sie bewegen sich in einem Lösungsraum, der durch strategische GF-Entscheidungen mittlerweile sehr eng geworden sein dürfte und eher dem nahe kommt, wie wenn man auf der Titanic nochmal die Sonnenstühle gerade rückt.

Ich bedauere und kritisiere hingegen:

  • das kleinherzige Wegducken von knallgrau im Sinne einer fehlenden, offenen und ehrlichen Kommunikationslinie in Richtung bestehender und neuer Plattformmitglieder
  • die intendierte Politik des passiven, langsamen Ausblutens durch den Entzug jeglicher Entwicklungskapazität, der Verneinung minimal erforderlicher Innovationsschritte und der mutwilligen Regression des Servicelevels bis zur Schmerzgrenze
  • die bewusste Dekonstruktion eines langjährigen Produktes im Rahmen eines schleichenden Austrocknungsprozesses und einer desaströsen Image-Entwicklung unter Inkaufnahme eines zunehmenden Blogger-Exodus

Jede/r Twoday-Blogger:in muss sich nach der oben beschriebenen Rahmensetzung der GF klar darüber sein, dass die Plattform ein glasklares Verfallsdatum bekommen hat, wichtige Reparaturen i.d.R. nicht mehr durchgeführt werden und eine Weiterentwicklung nicht mehr stattfindet. Die Frage, WANN Twoday mangels Masse und Inhalt final abgeschaltet wird, ist weiterhin offen. Die Frage jedoch, OB Twoday terminiert wird, wurde m.E. vor 5 Monaten ziemlich klar beantwortet.

Kienspan:
Ich teile Ihre Einschätzung mit einer kleinen Ausnahme hinsichtlich des "Supports", der wesentlich zur Emigration wichtiger und nun andernorts neu aufgestellter Blogs beitrug.

Noch ein Fakt - zur Ergänzung, gewissermaßen:
Seit über einem Jahr beobachte ich einen schleichenden Besucherfrequenzrückgang in einigen Blogs, welche ich diskret betreuen darf (meine erste verstohlene Kassandrahüstelei liegt aber um einiges länger zurück). Zum Zeitpunkt der verfügten Sperre für neue Blogs vor fünf Monaten begann ich, die Blogaktivitäten auf der Plattform genauer zu verfolgen. Mittlerweile sind in einem beliebigen 24h-Zeitraum keine 100 Blogs mehr aktiv - Beiträge und Kommentare gemeinsam betrachtet. Am Wochenende sind's um die 90-95, unter der Woche kommt die Frequenz gerade mal über die 70 hinaus. Tendenz stetig fallend.

Danke, das sind sehr interessante Zahlen, Herr Kienspan, und sie sind schlimmer als ich vermutete.

Re Support: ich kann nur das beurteilen, was ich an Aktivitäten im info- bzw. help-forum sehe. Klar gibt's da Luft nach oben, aber ok, Proaktivität ist nicht jedermanns Sache. Das einzige, was mich wirklich stört, sind diese bitchigen Kindereien mit Forum-Trollen, für die offensichtlich immer noch die Zeit da ist, von der ich meine, dass sie anderswo wesentlich besser investiert wäre. Aber auch das ist ein Führungsthema — der Fisch stinkt halt doch meist vom Kopf.

Kienspan:
Naja, die Kindereien sind wenigstens als solche erkennbar.

Dass twoday.net im Hintergrund bereits abgebaut wird, kann an den unbedacht zurückgelassenen 404-Linkstümpfen nachvollzogen werden (die subdomain wiki.twoday.net existiert übrigens noch). Daran offenbart sich, mit welcher Ignoranz gegenüber der Öffentlichkeit Entscheidungen der GF exekutiert werden.

Diese Ignoranz findet sich auch im gepflogenen Sprachgebrauch: "Derzeit ist keine Änderung geplant" heißt es mantrenhaft auf die häufige Nachfrage, wann das "Derzeit" denn enden wolle. "Derzeit ist das Anlegen von neuen Weblogs gesperrt", erfährt InteressentIn nämlich, wenn sie im Toolbar den Link "neues Weblog anlegen" bemüht und fragt sich zu Recht, was das Ganze soll. Diesen Link zu entfernen (schlichtes Auskommentieren der betreffenden Sourcecodezeile) scheint kender nicht der Mühe wert zu sein.

Knallgrau ist der Rückgang der Besucherfrequenz gewiss nicht verborgen geblieben. Dass vor diesem Hintergrund die Erneuerung der Plattformhardware kommuniziert wird, erscheint wenigstens unschlüssig, wenn nicht sogar betriebswirtschaftlich verrückt. Vielleicht liegt die Idee des potemkinschen Dorfes doch wesentlich näher...

Potemkinsches Dorf mag ja stimmen, aber das hatte ja wenigstens noch den Sinn, mit minimalen Mitteln eine Frau zu beeindrucken. Jedoch, der Sinn eines langsam verwesenden Twodays mit knallgrau-Impressum erschließt sich mir trotz intensiven Nachdenkens nicht. Wenn es für dieses Produkt jemals einen Produktmanager gegeben haben sollte, so war es offensichtlich seine Zielvorgabe, mit diesem Portfolio den größtmöglichen Verlust einzufahren und alles falsch zu machen, was man falsch machen kann.

Allein die Frechheit von 60€/p.a. für 100MB Mehrspeicher bzw. 240€/p.a. für 250MB plus eine Domain ist eine Ohrfeige für jeden Menschen mit einem IQ über Waldweg, wenn selbst 1&1 es schaffen, für 6,99€/Monat honorige 50 Gigabyte, 2 Domains und 140+ Apps bereitzustellen. Potemkin zu imitieren machte ja nur Sinn, wenn man Leute reinlocken wollte, um an ihnen zu verdienen. Doch der Eingang ist ja verschlossen (obwohl, wer weiß, für Bezahlkunden vielleicht eine stille Ausnahme gemacht wird).

Btw - ich bin mir gar nicht sicher, ob die Erneuerung der Hardwareplattform wirklich abgeschlossen wurde, oder ob das nur eine vorgeschobene Story dafür war, aus "technischen Migrationsgründen" das Blogneuanlegen grundsätzlich abzuschalten und damit die Twoday-Sterbehilfe einzuleiten zu intensivieren.

Kienspan:
Touché!
Ich ziehe den Vergleich beschämt zurück: "Als Potemkinsches Dorf wird etwas bezeichnet, das fein herausgeputzt wird, um den tatsächlichen, verheerenden Zustand zu verbergen. Oberflächlich wirkt es ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihm aber an Substanz." [Wikipedia]

Als "herausgeputzt" darf Ihr Blog bezeichnet werden, die Plattform hingegen eher nicht. (womit ich nun nicht ins Ungefähre gestellt haben wollte, dass Ihrem Blog an Substanz mangle. Ach, ich lass' es jetzt lieber...)

Mir ist noch eine Möglichkeit eingefallen, die ein unaufwändiges Entschlafen von twoday.net möglich macht. A virtual host (apache) does the trick. Das verursacht keine Belastung durch betriebswirtschaftliche Abschreibungen. Und weil die beanspruchte Bandbreite durch Blogsperre und Abwanderung ohnehin rückläufig ist, wird twoday.net unbemerkt bis in alle Ewigkeit existieren können.

Geschätzter Herr Neon: Sie wollen offenkundig nicht davon ablassen, die BloggerInnengemeinde tatkräftig zu unterstützen. Ich achte und schätze Ihre Haltung. Vielleicht kann ich beitragen. Wenn's Ihnen recht ist, nehme ich mit Ihnen direkten Kontakt auf (wie das geht, weiß ich)
Das wäre wirklich hervorragend und absolut erwünscht, Herr Kienspan! Gerne lade ich dann bereits vorhandenen Code nach Github hoch, wo es sich ziemlich flüssig kollaborieren lässt.
Kienspan:
Error in application twoday_net

Maximum Thread count reached.


twoday tat gestern so, als hätte es die mail an Sie versendet.

Ist angekommen, Herr Kienspan! Vielen Dank! Ich versuche, mich heute noch zu melden, kann's aber nicht garantieren, da der kleine Neon zum Masterstudium nach UK aufbricht und ich sozusagen das Umzugsunternehmen bin.

Umzugsunternehmen: Bedeutet das, dass Sie an Ihrem Motorrad den Lenker auf die rechte Seite schrauben müssen?

(Mehr als Ihre Platinum Kreditkarte wird der kleine Neon sicherlich nicht benötigen. Damit kann man sowohl im Ritz nächtigen als auch im Pub sich pub grub bestellen und Runden schmeißen.)

Hah! Haben Sie eine Ahnung, was so'n junger, modebewusster Bachelor alles an Klamotten und Technikausstattung hat! Ich bin froh, wenn das alles in den alten TD mit bereits umgeklappter Rückbank und aufgeschnallter Thule-Dachbox hineinpasst.

Die C*rtalC*ns*rs-Kreditkarte ist tatsächlich die preiswerteste Lösung: kost' nix und sie erheben weltweit keine Währungstauschgebühren — inkl. kostenlosem Bargeldabheben. Perfekt soweit. Muss also nur noch das deutsche Debitkonto gedeckt sein - das ist dann wohl meine Aufgabe. ;)

Wollte auf jeden Fall mal mit dem Bike rüber, wenn er drüben gesettelt ist. Je nach Wetter noch dieses Jahr, ansonsten im nächsten Frühjahr. Mit anschließender Tour durch die Whiskeydestillerien der Highlands. *hicks* Kommen'Se mit?

Kienspan:
Kein Grund zur Eile. Ich wollte damit lediglich den erwartbaren Twoday-Tücken ein Schnippchen schlagen und einen "handshake" verursachen.

btw: das Anlegen von Blogs funktioniert auf business.twoday.net noch immer. siehe dort
Aber was bedeutet das denn nun konkrekt? Dass ich über kurz oder lang Twoday verlassen muss?
Das würde mich auch interessieren. Muss ich etwa auf Wordpress umziehen? (Wobei ich gerade sehe, dass ich vor Jaaaaaahren mal auf pathologe.wordpress.com ein Blog eingerichtet habe. Aber nicht betrieben)

Aus der Gesamtsituation, so, wie sie sich im Moment für einen Externen darstellt, ziehe ich folgende Ableitungen:

  • Der Twoday-Business Case und das Geschäftsmodell für einen positiven Ergebnisbeitrag ist nicht mehr existent. Auf Basis der von Kienspan genannten Zahlen können die Umsatztreiber Google-Werbung bzw. Bezahlkunde sicher nicht mehr die fixen und variablen Twoday-Kosten kompensieren.
  • Einen immateriellen Marketingwert Twodays (als hilfsweisen Ersatzgrund für dessen Aufrechterhaltung) gibt es nicht mehr. Der Umstand, dass das Projekt vollständig von der knallgrau-Website getilgt wurde, indiziert, dass eine Verquickung von Twoday und knallgrau dem restlichen Geschäftsbetrieb imageseitig eher schadet denn nützt.
  • Das Ziel, die bereits negative Ergebnissituation Twodays durch Einsparungen auf der Kostenseite zu entspannen, führt zwangsläufig dazu, Investitionen zurückzuhalten oder ganz zu streichen.
  • Ein fortschreitender, sich verschärfender Plattformverfall Twodays wird jedoch zu weiteren Enttäuschungen und ansteigenden Abgängen führen. Ohne die Möglichkeit weiterer Neuzugänge wird der Beteiligungsgrad der Community weiter sinken — es wird still und stiller, um nicht zu sagen: langweilig.
  • Wenn sich dann irgendwann nur noch hinreichend wenige Nutzer auf der Plattform bewegen, wird die Gegenwehr nicht sehr groß sein, wenn man ihr den geschäftlichen Gnadenschuss gibt.

Fazit: Solange es kein klares, anderslautendes Commitment der knallgrau GF zu Twoday gibt, Blogneueröffnungen wieder möglich gemacht und erforderliche Minimalinvestitionen für den dauerhaften Erhalt der Plattform getätigt werden, sehe ich jederzeit die plausible Möglichkeit eines überraschenden oder angekündigten Twoday-Endes.

Als Konsequenz hieraus werde ich meinen Bloginhalt sowie die noch auf Twoday vorhandenen Ressourcen regelmäßig sichern, um diese ggf. an anderer Stelle wieder nutzen zu können.

Die Plattform proaktiv zu wechseln, ist eine sehr individuelle Analyse und Entscheidung. Diese Kosten-/Nutzenbetrachtung muss jeder mit sich alleine ausmachen.

ich hab auch ein ganz komisches gefühl. und deswegen werde ich sofort meine meisterwerke sichern. am besten geht das übrigens monatsweise... ;-)
kontor111:
Menno.
Zur Kreuzfahrt angetreten - und jetzt auf `nem untergehenden Dampfer?
Ich hör die Celine schon singen...und niemand hat auch nur einmal mit mir...die Scheiben
eines Oldtimers lustvoll beschlagen lassen...das ist nich fair, dass hier untergegangen wird, bevor ich befriedigt und
reich und berühmt werden konnte!



p.s. Was trägt man denn so zum Untergang mit Bordkapelle? Das kleine Schwarze?
Und wer kniet dann neben mir auf der Eisscholle? Mein Iggylein?
Wollen Sie mir bitte schonmal ein Plätzchen freihalten im Rettungsboot, Herr Neon? Und vielleicht auch Ihren köstlichen Lachs an Linsen mitbringen sowie ein Gläschen Schampus?*laszivlächel*
tut mir leid schätzelein. wir haben ja sowieso gemogelt: ein altes nicht mehr benutztes weblog zu reaktivieren, das war eine versündigung. ;-) wie auch immer, am besten ziehst du zum untergang ein knallgraus kleid an.

@Iggy - besser ist das! Obwohl das Twoday-Exportformat auch jegliche Flexibilität für andere Zielplattformen oder aktuelle Standards (z.B. XML) vermissen lässt und den Umzieher mit einem Berg manueller Migrationsarbeiten konfrontiert.

@kontor - vielleicht reicht's ja doch noch für ein Oldtimer-Dampfbad, wiewohl ich annehme, dass die meisten Männer hier den Titanic-Film mit ansehen mussten gesehen haben und noch wissen, dass am Ende wieder nur die Frau durchkommt und der Mann als Eisblock endet. Da müssen Sie schon mit besseren Storys kommen! ;)

ich bin jetzt nicht so die programmiererin, also gehe ich auf nummer sicher - und sehe es mir alle paar jahre zu hause an, da hab ich was fürs restleben. ;-)
andererseits befürchte ich, dass sich hier gar nichts mehr tut. alles bleibt, alles vergammelt, alles stagniert. wie im staate deutschelande. das wäre die schlimmste aller möglichkeiten,
Ich bin mit meinem Blog nun auch zu WordPress umgezogen. Jedoch sollte man WordPress auf einem (Free-)hoster selber installieren, da einem dann meist mehr Speicherplatz zur Verfügung steht und alle Funktionen freigeschaltet sind. Nachdem ich nun schon länger mit Wordpress für unterschiedlichste Webprojekte nutze/genutzt habe, bin ich sehr zufrieden mit Wordpress. Allgemein ist allen Bloggern, die sich von Twoday.net abwenden, um auf CMS umzusteigen, nicht auf Seiten zurückzugreifen, die einen vorgefertigten Webbaukasten inklusive Hosting anbieten (Jimdo, Wordpress.COM,) Diese sind meist teurer und die Funktionen sind im variablen Freemodus eingeschränkt. Viele Hoster bieten inzwischen eine Autoinstallation von Wordpress und anderen CMS an. Und auch wenn man bei twoday.net kein Blogger mehr ist, kann man ja trotzdem, wie ich, weiter kommentieren...
kontor111:
Und was ist mit mir? Ich kann nicht umziehen - ich konnte nochnichtmals hier einziehen *mitderUnterlippezitter*. Mein Iggylein hat mir hier die Bude tapeziert, ohne sie krieg ich noch nicht mal Bilder von rosa Schlüppern runtergeladen...ich kann nur Buchstaben aneinanderreihen, gerade krieg ich den Hauch einer Ahnung von der Bloggerei und nun soll untergegangen werden?
Ja wo laufen sie denn....?

@das kleine monster - hab' schon gesehen, dass Sie wieder umgezogen sind; die Blogwechselfrequenz erreicht langsam bedrohliche Taktzahlen! ;)

Für die Wahl einer individuell "richtigen" Zielplattform muss man für sich herausfinden, wo man sich auf der Achse zwischen "Völlige Handlungs-/Einstellungsfreiheit" (Eigene Domain) und "Bewährte, sofort nutzbare Bloglösung" (Plattformbetreiber) einordnet. Das hat auch was mit technischem Wissen (Installation, HTML, CSS, Plugins) und der grundsätzlichen Bereitschaft zu tun, solcherlei Arbeiten selber anzugehen. Zu letzterem ist eben nicht jeder bereit oder imstande, so dass eine eigene Domain dann eher nicht die optimale Lösung ist.

Finde ich aber gut, dass Sie so experimentierfreudig sind!

@Frau Kontor - ich kann anbieten, dass wir Sie gemeinsam umziehen. Ich dachte da an ein kleines Schwarzes mit was Hochhackigem, damit Sie mir wenigstens bis zum Bachnabel gehen. Nee, im Ernst, für blanke Panik ist es etwas früh. Ich denke, dass Twoday im Fall der Fälle sicher eine ausreichende Frist einräumt, eigene Ressourcen zu sichern. Das kriegen wir dann schon hin!

Es knirscht bei twoday an allen Ecken, der von Ihnen beschriebene Verlauf wird sich wohl vollziehen.

Deshalb mein Tipp: Den Inhalt von twoday exportieren und dann in ein 'neues' Blog importieren; jenes gegebenenfalls parallel betreiben. Dann fällt der Abschied, wenn den die Tür einfach ohne Warnung vor der Nase zueschmissen wird, nicht ganz so schwer, existiert doch bereits ein Brückenkopf in die neue Welt, bspw. wordpress.
Das es -zumindest für Nixzahler- fürs Einloggen keine verschlüsselte Verbindung bei twoday gibt, empfand und empfinde ich immer noch als Pfusch; auch der Rest des Frontends riecht an manchen Tagen schon eher streng.
War dennoch schön und ich geniesse die Tage bis zum Ableben dieser Plattform sicherlich noch; doof ist dann nur sich die `neuen' blogs von lieben, vertrauten blognachbarn aus twoday Zeiten zusammensuchen zu müssen. Aber auch das klappt ja mit einigen -die bereits weg sind mit ihren blogs von twoday- recht gut.

Obwohl ich kein Freund von Doppelarbeit bin, ist der Backup-Zweitblog sicher eine valide Strategie. Zur Befriedigung meines Sicherheitsbedürfnisses reichen erst mal die regelmäßigen Exports zum Backup des Grundmaterials — diese muss man sich dann (siehe oben) je nach Zielplattform eh noch zurechtschneidern.

Ja, das Frontend wäre sicher total hipp — wenn wir noch 2004 hätten. Aber auch daran kann man etwas machen und ich werde - wenn Twoday nicht vorher abnippelt - bald endlich ein Werkzeug zur Verfügung stellen, mit dem man Ähnliches nachbauen kann (ja klar, ich weiß, das ist so wie einen Baum zu pflanzen, wenn man weiß, dass morgen die Welt untergeht).

Off Topic: Ich nehme an, Sie haben es bemerkt, falls nicht: Sie haben gewonnen!
Vielen Dank, Frau Montez! Habe gerade den Pokal mit einem Kommentar übernommen! ;)
Vorab-Infos (aka "war stories") für Umzugsinteressierte

Wer sich über die Arbeitsschritte und Hürden eines Blogumzugs (hier: Twoday nach Wordpress) besser informieren möchte, der kann sich durch folgende Beiträge (am besten inkl. der Kommentare) durchlesen:

Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese Prozessbeschreibungen auch bereits 7-8 Jahre alt sind: das Twoday-Exportformat scheint jedoch unverändert zu sein — evtl. bietet auch Wordpress mittlerweile verbesserte Tools beim Import der manuell angepassten Altbeiträge.

Ausgezeichnetes Posting.
Ich hatte schon einmal eine Übersiedelung vorgenommen und dann eine Einteilung getroffen. Nur die "guten" Inhalte auf twoday überführte ich nach wordpress.
Allerdings ist mir die Pflege zu aufwendig geworden. Ich werde sie allerdings noch einmal durchführen müssen.

Auf alle Fälle habe ich nach der Lektüre des Artikels einmal einen Gesamtexport durchgeführt.

Leider gibt es nichts in Ihrem Artikel, dem ich widersprechen könnte.
Später wird man einmal sagen: aber es war klar, dass es ein Auslaufmodell ist. Man hätte Vorkehrungen treffen können. Aber dann mag es für einige zu spät sein.

Such is life.

oder

So it goes.
Diese Phrase kommt bei Vonnegut in jedem Paragraph von Schlachthaus 5 vor, in dem jemand ums Leben gekommen ist.

Ich denke auch, dass regelmäßige Exports und Differenzsicherungen ab jetzt zum guten Ton gehören sollten, wenn man seine Historie schätzt und mitnehmen möchte. Heute Mittag gab's kurz eine "helma/twoday.net not found"-Nachricht im Browser und ich dachte "Oups, die Jungs sind wirklich schnell mit Durchfegen". Da beruhigt es, wenn man eine Sicherung im Backup-Ordner hat.

Für Sie als Klavierspieler empfehle ich als "So it goes"-Version eher das handgespielte "And so it goes"-Originalstück von Billy Joel.

Zu Ihrer Empfehlung:

Nach dem Anhören hat sich für mich eine musikalische Reise ergeben: ich bitte Sie zu entschuldigen, dass die Kommentare englisch sind.
Es fängt mit einem Lied an, dass mir besser gefällt:

she is a woman to me
https://www.youtube.com/watch?v=UHfBXHari34

and piano man
https://www.youtube.com/watch?v=gxEPV4kolz0

American Pie - memories of Topeka, Kansas
https://www.youtube.com/watch?v=ih7N9_VUU4U

Full identification
https://www.youtube.com/watch?v=lAsvjVx-Mg4

And then moving on
https://www.youtube.com/watch?v=Mb3iPP-tHdA

intermezzo from a much later time
https://www.youtube.com/watch?v=iUiTQvT0W_0

with a linkage via Sinéad O'Connor
https://www.youtube.com/watch?v=jNwXFnqBzHg

not to be expected to be recommended by me
https://www.youtube.com/watch?v=Jr6VPJgQrwg

getting back to slow, same singer Bob Mould
https://www.youtube.com/watch?v=938czNAsHeM

but that should be my music, doesn't it also catch on you?
Minute 4:20
https://www.youtube.com/watch?v=6YD_8E4ZVxY

And the great finale
https://www.youtube.com/watch?v=p77JoONFX8U

Die Mitternacht ist vorüber.
Gute Nacht
Ich gebe zu bedenken, daß Antville, die Basis-Software für das twoday-CMS, ihre Community ebenfalls über Jahre für neue Blogs geschlossen hielt. Das war aber gleich auf der Startseite vor ! Registrierung deutlich vermerkt. Inzwischen ist die Site wohl wieder offen. Neue Server in Betrieb zu nehmen, nur um Monate später zu schließen, erscheint mir unlogisch. Ich denke, das Versanden / Ausbluten ist eher angedacht. In Zeiten von Social Networks kann mir das wenigstens zum Teil egal sein, da ich 90 % der Leser dort rekrutieren muß. Zustimmen - und das uneingeschränkt - will ich in etlichen Punkten _ twoday ist unrealistisch teuer, etliche Reparatur - und Modernisierungsarbeiten, hier insbesondere das Datenbanksystem, stünden an. Bezahlblogs müßten a) bezahlt werden können und b) generell auf einem separaten System laufen. Ich selbst bin bescheiden : die Blogs müssen jederzeit problemlos erreichbar sein, bearbeitet und kommentiert werden können. Das ist zwar in letzter Zeit besser geworden, auch weil eben keine neuen Blogs dazukommen, aber vom Idealzustand auch eines Gratisanbieters weit entfernt.

Sorry für meine späte Antwort, Herr Tinius. Wenn tatsächlich neue Server in Betrieb genommen wurden (was ich nicht verifizieren kann), dann wurde diese Investition sicher nicht mit dem Begründungszentrum "Twoday" getätigt. Für Twoday wäre die verbesserte Performance nur "Windfall profit".

Wäre explizit neue Hardware für Twoday beschafft worden, hätte man dies doch viel prägnanter, aktiver und lautstarker vermarkten müssen. Auch die gleichzeitige Schließung der Blogeröffnungsfunktion machte dann betriebswirtschaftlich und imageseitig überhaupt keinen Sinn.

Es ist bezeichnend, dass knallgrau sich auch in Kenntnis dieser Diskussion hier nicht bemüßigt fühlt, aufklärend und zielführend zu kommunizieren. Das wäre vernünftig und für alle beteiligten Interesseneigner hilfreich.

Es wäre unendlich schade, wenn Twoday stürbe.

Ich weiß nicht, ob es schade wäre, wenn Twoday stürbe. Ich glaube an bestimmte Marktbereinigungsprozesse und es ist nur fair und konsequent, wenn ein Produkt, in welches 10 Jahre nicht substanziell investiert wurde, vom Markt verschwindet, weil es heutigen (Blog-)Ansprüchen einfach nicht mehr genügt.

Dabei ist die Twoday-Softwarelösung prinzipiell gar nicht übel und durch das Skin-System sehr flexibel und einfach anpassbar, allerdings sind z.B. Datenbankperformance, fehlende HTML5-Kompatibilität und Erweiterungsfähigkeit (Plugins) ziemliche Mangelerscheinungen, die zunehmend weh tun und selbst für Free-User nicht viel länger akzeptabel sind.

Ist das also noch Software oder kann das weg? Schade wäre es, weil die "Community", also der einfache Kontakt zu vertrauten Blogs und die einheitliche Bedienung, verlorenginge. Aber auch das lässt sich durch Technik an neuem Ort sicherstellen.

Ich bin schon vor drei Jahren umgezogen und ohne fremde Hilfe hätte ich das Rübernehmen von Beiträgen und Kommentaren nicht geschafft (letzteres war sehr kompliziert, teilweise habe ich das händisch lösen müssen). Die ständigen Ausfälle und Spamattacken waren wir einfach zu viel; oft war Twoday tagelang nicht zu erreichen Hinzu kamen die oft patzigen Antworten, wenn Leute mit viel mehr Ahnung als ich technische Fortschritte nachfragten. Jetzt kann ich sagen, dass ich drei Jahre zu spät umgezogen bin.

Ein Hauptproblem der Migration (zumindest damals) war sicher, dass die verschachtelten Twoday-Kommentare (Kommentar auf einen Kommentar) im Wordpress-Standard nicht existierten. Dies kann einen Kommentarfaden schnell unleserlich machen. Mittlerweile gibt es wohl WP-Plugin-Lösungen, die mehrstufige Kommentarstrukturen abbilden können. Dies erfordert natürlich von einem maschinellen Übernahmeprogramm, dieses Plugin zu erkennen und Twoday-Kommentare entsprechend anzupassen.

In der Tat finde ich das Kommunikations- und Problem-/Krisenmanagement von knallgrau am schlimmsten. Der technische Zustand von Twoday, innen (Backend) und außen (Frontend), könnte in gemeinsamer Anstrengung sicher verbessert bis behoben werden (man könnte z.B. Teile des Codes zur Open Source machen und über Github mitentwickeln lassen). Das Phlegma und diese offensichtliche Interessenlosigkeit an einer (auch kundenorientierten) Gesamtlösung ist dann wirklich das eigentlich Erschütternde.

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