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Donnerstag, 4. Februar 2010

Geheimnisvolle Baumbotschaften

Seltsame Dinge passieren entlang meiner Laufstrecke im Wald. Über Nacht hat jemand geheimnisvolle Botschaften an einigen Bäumen befestigt und mutwillig in Kauf genommen, dass sie mich in tiefes Nachdenken stürzen.

Sind die Nachrichten vielleicht an mich gerichtet? Wer will mich damit zum Bleiben auffordern? Ist es eine alte Liebe aus dem Süden, die mit dem Baumpfahl winkt mir sanfte Zeichen gibt? Ist es mein staatsbeflissener, ewig gieriger Finanzbeamter, der mit subtilen Wegschildern meine abenteuerlichen Auswanderungsgedanken schon im Keim ersticken will? Hat meine Friseurin Sandra einen außergewöhnlichen Versuch der kreativen Kundenbindung in die Tat umgesetzt? Oder möchte mich mein KFZ-Versicherer AXA zurückhaben, nachdem ich ihm kaltlächelnd im November gekündigt habe?

Haben diese sich vielleicht alle zu einer subversiven Gruppe verbündet, um mich mit dieser frontalen Gehirnwäsche mental weich zu klopfen? Was wird sich diese verschworene Viererbande noch einfallen lassen, um mich ihnen schließlich gefügig zu machen? Erschauernd stoppe ich im Lauf, gehe unverdächtig weiter und schaue nervös hinter mich. Bestimmt steht mein Finanzbeamter gut getarnt hinter irgendeinem Strauch und filmt alles für die anderen Verschwörer.

Dann fällt mein Blick auf die letzten beiden Baumnachrichten: "Dich anzuflehen, bei mir zu bleiben" und "Bis zur Unendlichkeit und zurück". Hm, klingt so gar nicht nach meinem persönlichen Finanzamtstaliban. Zuviel Gefühl.

Ich atme auf. Ich fühle mich erleichtert. Und auch wieder nicht. Ein verlassener Mensch hat sich entschält, entblößt und den Blick in sein verletztes, liebendes Innerstes freigegeben. Gerne würde ich diesen verzweifelten Menschen treffen, um ihn mit meinen Händen kräftig zu schütteln und ihm Mut zuzusprechen. Niemand sollte jemals einen anderen Menschen um Liebe anflehen, möchte ich dem geheimnisvollen Botschaftenkleber sagen. "Menschen kommen, Menschen gehen, und du kannst sie nicht festhalten", sagte meine Mutter immer. Und "Sei dankbar für die Zeit, in denen dein Weg der gleiche ist". Und vielleicht, mit viel Glück, wird der Weg ein sehr langer.

Neon!

Samstag, 16. Januar 2010

Kraulmoral

Nach monatelangen intensiven Verhaltensanalysen und wissenschaftlich-akribisch dokumentierten Testreihen habe ich eine ganz bestimmte Stelle an meinem Hund lokalisieren können, die, wenn sie gezielt gekrault wird, sofort dazu führt, dass sich der Hund freudig auf den Rücken rollt, sich unter Begleitung gutturaler Laute erwartungsfroh über die Lippen leckt und wohlig entspannt die Beine spreizt.

Derzeit ringe ich mit mir, ob es moralisch vertretbar ist, nach diesen ermutigenden Zwischenergebnissen diese Versuchsanordnung auch auf Frauen auszudehnen.

Neon!

Dienstag, 5. Januar 2010

Unausgesprochene Fitti-Psychologie

Aus unserer die harte Lebenswirklichkeit widerspiegelnden Lernreihe "Gemalte Lebenserfahrung": Abendlicher Versuch einer leicht frustrierten Klassifikation, wenn man im Fitness-Studio einen früheren Arbeitskollegen getroffen hat, der heute höchstwahrscheinlich Fachverkäufer für anabole Steroide und Synthol ist.

To-Do-Listeneintrag: Ab jetzt wieder mindestens 2x die Woche trainieren.

Neon!

Freitag, 1. Januar 2010

Quitten brauchen's hart

Aufmerksame Leser und attraktive Hausfrauen, die bei Marmeladenrezepten sofort ein sanftes Zittern ihrer Innenschenkel verspüren, wissen bereits seit längerem, dass mich etwa alle 4 Monate ein unabwendbarer Zwang zum Marmeladekochen befällt. Frühstücksverwahrloste Leser, denen diese Materie befremdlich erscheint, können sich zunächst hier und hier in diese beglückende Form triebhafter Fruchtzuckerabhängigkeit einlesen.

Generell bietet sich die Zeit vor dem Jahreswechsel in besonderem Maße für den kreativen und kunstvollen Prozess des Marmeladenköchelns an, da man während selbigem besonders gut grübeln und über geeignete Vorsätze für die ersten 10 Tage das kommende Jahr nachdenken kann. Im aktuellen Fall liegt der Hauptauslöser für die Marmeladenzwangshandlung allerdings in einer eher unschuldigen Begegnung beim Türken meines Vertrauens; eine Sorte Kernobst, die marmeladentechnisch für mich noch völlig unbefleckt war, weckte sofort meine volle Aufmerksamkeit: Quitten [Proaktive Anmerkung speziell für Herrn Pathologen: Ja, ich weiß, worauf sich das reimt!].

Kurzum, es war also wieder mal so weit. Und es hätte sich alles so einfach entwickeln können, wenn Quitten nicht äußerst widerspenstige Rosengewächse wären. Ohne Dampfkochtopf lässt sich eine Quitte nur sehr zeitaufwendig erweichen, sich mit Anderem zu etwas Besserem zu verbinden. Und so griff ich beherzt gleich zum Allerhärtesten, dem willfährigen gnadenlosen Gehilfen des Amateur-Marmeladenkochs, dem personifizierten Unbarmherzigen der Küchenwelt, einem schnaufenden Sado-WMF-Dampfkochtopf, der den Quitten ohne Umschweife zeigte, wo der Frosch die Locken hat.

Ring 2 und 10 Minuten Volldampf - schon schwenkten die geschälten und geachtelten Quitten die weiße Fahne bevor ihnen der Pürierstab den Rest gab. Übrig blieb die Kür. Aber der Reihe nach:
  • 5 große Quitten (ca. 2 kg) waschen, schälen und entkernen
  • Schalen und Kerngehäuse mit etwa 400ml Wasser parallel ca. 40min kochen
  • Entkernte Quitten achteln und im Schnellkochtopf so mit Wasser auffüllen, dass sie gerade bedeckt sind
  • Schnellkochtopf erhitzen, ab Ring 2 etwa 10 Minuten mit halbierter Hitze kochen (ohne Schnellkochtop ca. 45-50min)
  • Kochtopf abkühlen, öffnen und Inhalt mit Stabmixer gut pürieren
  • Wasser von gekochten Schalen mit Hilfe eines Siebs filtern, auffangen und zu dem pürierten Mus geben. Alternativ kann man davon auch Quittengelee machen; bei mir war die Restmenge allerdings zu gering
  • Saft von 2 Zitronen und 3 (Blut-)Orangen dazugeben
  • Jeweils 1 kg der Masse abwiegen, erhitzen und mit 1 Zimtstange, 1 gestrichenen TL Anis, 2 Nelken und kleingehackten, frischen Ingwer (etwa ein halbdaumengroßes Stück) und 1 Packung Gelierzucker (1:2) aufkochen
  • 4 Minuten sprudelnd kochen, dann Zimtstange/Nelken entfernen, geschmacklich mit 4cl Whiskey oder Negrito Rum abrunden und noch heiß in Gläser abfüllen

Wer's gern scharf mag, kann auch vorher eine gut gehackte Chilischote mitkochen. Ich habe beim 2. Durchgang noch ein paar Feigen gehackt und mitverarbeitet. Geschmacklich nicht uninteressant und genau das richtige für einen frischen (Marmeladen-)Start ins neue Jahr.

Viel Spaß bei Euren Zwangshandlungen und allen ein glückliches, gesundes und erfolgreiches neues Jahr.
Neon!

In a neon wilderness

he was restless

Come On

and tune in to the bittersweet symphony

Sonnet

Life is either a daring adventure or nothing. To keep our faces toward change and behave like free spirits in the presence of fate is strength undefeatable.”

(Helen Keller - American Author and Educator who was blind and deaf. 1880-1968)



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NeonWilderness - 8. Feb, 16:17
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a. haette mich dann doch auch interessiert. Gerne mit...
pathologe - 8. Feb, 15:54
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a. ist das ein anderes Pimpen! b. weil ich da sehr...
NeonWilderness - 8. Feb, 15:51
Wieso
muss ich mich vorher schon zurechtpimpern?
pathologe - 8. Feb, 15:46
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@AiHua - Typen wie Rainer Langhans, die sich mental...
NeonWilderness - 8. Feb, 15:40
Ich will doch nicht gehen,...
Ich will doch nicht gehen, sondern fliegen! Sagen Sie...
Mahakala - 8. Feb, 13:15

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Last updated on 09.02.10


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