Donnerstag, 23. Februar 2012

Die bigotte Auferstehung des Stammtischs

Gerade liegt das eine Opfer erfolgreich filetiert auf dem Boden, schon sucht und findet die bundesdeutsche Empörungsmaschine ihr nächstes Aufregungsziel. Schließlich macht das Nachtreten bei einem an sich selbst Gescheiterten lang nicht so viel Spaß wie der lustvolle Versuch, ein neues potenzielles Opfer am Nasenring durch die öffentliche Fight-Club-Arena zu ziehen. Wie sie mich dauert, diese entfesselte Versammlung limitiert informierter Berufs-WutbürgerInnen und Facebookgruppen-GründerInnen, die darin verliebt sind, aus Nichts einen Popanz zu bauen, um damit zuforderst die Wichtigkeit ihrer eigenen bescheidenen Existenz zu dokumentieren.

Schnell ein paar Interviewzitate verkürzt und aus dem Kontext gerissen, schon steht der Sarazzin-Unterstützer Gauck im ersten spröden Entwurf. Ach ja, und hat er sich nicht mal neutral bis positiv zu Hartz IV geäußert? Schlimm! Und dann maßt er sich auch noch an, Occupy am Anfang einer sehr ausführlichen Antwort als "albern" zu bezeichnen. Ja geht's denn noch? Da wird's aber höchste Zeit für eine Maschinengewehrsalve herabsetzender Tweets mit trendigem #notmypresident Hash-Tag, bevor's eiligst an das "Not my president"-Banner für den Blog geht. Hauptsache, man trägt seine vorschnellen Urteile gut sichtbar wie eine Lanze vor sich her und schwimmt wohlig auf der Hysteriewelle gesamtdeutscher Protestkultur.

Denn was kümmert einen auch das eigene Geschwätz von vor eineinhalb Jahren, das (wie immer meinungswellenkonform) dabei half, Gauck seinerzeit zu Social Medias Liebling zu machen. Statt "Hosianna" ist nun das Stück "Kreuzigt ihn" en vogue und der Zeitgeist fordert eiligen Protest - danach kann man sich doch immer noch informieren und mal genauer nachlesen.

Und bitte: Wie wenig politisches Gesamtverständnis und auch Respekt vor der Person Georg Schramm als hervorragenden Satiriker muss man haben, um jenen allen Ernstes in eine repräsentative Präsidentenrolle pressen zu wollen, die noch machtloser und limitierter ist als ein politischer Kabarettist auf freien Bühnen? Schramm als Grüßaugust beim Staatsbesuch der Queen? Das ist naiver Stammtischsadismus. Unüberlegte, uninformierte Protesthysterie ohne Gespür für das Richtige und Machbare.

Die zeitgeistige Hingabe zum kopflosen, aber erbitterten Protest muss einem Sorgen machen. Denn der Wutbürger schläft nie. Kaum hat er die Kernenergie besiegt, geht's mit Verve gegen den Bau neuer Stromtrassen für den Überlandtransfer alternativ gewonnener Energien. Schon 30 Bürgerinitiativen protestieren alleine in Brandenburg. Das sieht gar nicht gut aus für den Ausbau regenerativer Energien bis 2020.

Wie kann man in unserem Land noch gesellschaftlich wichtige Transformationen in Gegenwart einer "Ich bin erst mal gegen alles"-Verhaltenskultur erfolgreich abschließen? Wer kandidiert noch für öffentliche, verantwortliche Positionen, wenn er dafür minütlich gnadenlos unter dem Brennglas einer skandalgierigen Meute seziert wird? Und welche Führungspersönlichkeiten und Politiker bekommen wir mittelfristig durch diese Negativselektion: abgeschliffene, glattgesichtige, umfragehörige Heiligenscheinträger, die zum Lachen in den Keller gehen und dem Facebook-Volk nach dem Mund reden. Verheiratet natürlich. Und untättowiert. Not my Germany.

Neon!

Freitag, 6. Januar 2012

Auf dem Weg zum Emir

Also eigentlich habe ich gar keine Zeit für dieses Posting. Ich bin nämlich auf dem Weg zum Emir! Das mal vorab! Und dieser ständige Druck von Blogabonnenten nach einem neuen Beitrag - da fühlt man sich schon irgendwann als Opfer. Letztlich gibt es doch auch Persönlichkeitsrechte, ja auch Menschenrechte, selbst für Twoday-Blogger und auch deren Freunde, deren Abonnenten; und ich möchte nicht Blogger auf einer Plattform sein, wo man nicht mal einen Tag nichts schreiben kann. Das will ich auch mal sagen!

Ehrlich, ich habe in keinem Moment ernsthaft über einen Rücktritt von meinen Blogverantwortlichkeiten nachgedacht. Ich nehme diese Verantwortung gerne wahr, ich habe sie vor über fünf Jahren übernommen und ich möchte nach weiteren fünf Jahren eine Bilanz vorlegen, dass ich ein guter, erfolgreicher Blogger war; ich mache das nämlich mit Freude und aus Überzeugung und weiß, dass ich hier und auf anderen Blogs nichts Unrechtes getan habe. Selbstverständlich war auch nicht alles richtig, was ich getan habe, denn ich war auch oft in 117+, das gebe ich gerne zu.

Aber ich habe die ganzen Jahre viel Unterstützung von meinen Lesern und Leserinnen, meinen Freunden und Abonnenten erhalten. Klar, ich muss mein Verhältnis zu meinem Blog neu überdenken, neu ordnen, anders mit dem Medium umgehen. Vielleicht muss man die Situation auch menschlich verstehen. Wenn man zehn Termine am Tag hat, und Kunden, und Friseur, und Pediküre und alles, und erfährt, dass Dinge während dieser Zeit auf anderen Blogs veröffentlicht werden, wo man mit Unwahrheit in Verbindung, wo man letztlich doch wieder in 117+ endet, dann muss man sich auch mal vor sich selbst stellen dürfen. Das wiederum ist menschlich, aber man muss eben als Blogger die Dinge so im Griff haben, dass einem das eben nicht passiert. Und trotzdem ist man Mensch, und man macht Fehler.

Wir müssen auch aufpassen, dass überhaupt noch Menschen bereit sind, sich dieser Sache - auch im Internet, wenn Sie da sehen, was da über mich auf anderen Blogs alles verbreitet wird an wilden Phantasien -, dann kann ich nur sagen, da müssen wir doch auch sehen, dass solche Menschen wie ich noch bereit sind, sich der Öffentlichkeit zu stellen, in die Öffentlichkeit zu gehen.

Eines möchte ich hier ganz klar feststellen: ich habe nie versucht, einen anderen Blogbeitrag zu verhindern! Und in Bezug auf mein Blog habe ich nur darum gebeten, einmal den ein oder anderen Tag abzuwarten, bis ich die Zeit habe, wieder etwas zu schreiben. Übrigens, wenn jemand bei mir übernachtet, nehme ich ihm/ihr immer 150 EUR ab, auch Freunden und Abonnenten, das sind ganz normale, übliche Konditionen.

Leute, ich habe ein nachhaltiges Interesse an meinem Blog, es voranzubringen. Und ich erwarte jetzt auch von allen die Kraft und Disziplin, uns nicht gegenseitig die Blogs vollzuwulffen. Denn es kommen schwierige Zeiten auf uns zu. Und da braucht es eben auch problemgeläuterte Twoday-Blogger wie uns, die sich diesen Aufgaben zuwenden können.

So, jetzt muss ich aber wirklich zum Emir!
Neon!

Samstag, 24. Dezember 2011

And so this is Christmas

Happy Xmas to the near and dear ones!

In a neon wilderness

he was restless

Come On

and tune in to the bittersweet symphony

Sonnet

Life is either a daring adventure or nothing. To keep our faces toward change and behave like free spirits in the presence of fate is strength undefeatable.”

(Helen Keller - American Author and Educator who was blind and deaf. 1880-1968)



Weeping Willow

Wieso neugierig? Das...
Wieso neugierig? Das war eher eine zufällige Fremdschämerfahrung,...
NeonWilderness - 3. Mrz, 15:56
;) aber neugierig seid...
;) aber neugierig seid ihr Zwei gar nicht. "Herr" Neon...
Freni (Gast) - 3. Mrz, 15:44
Naja, immerhin kann der...
Naja, immerhin kann der Mann nach eigenem Bekunden...
NeonWilderness - 3. Mrz, 15:36
Von mir aus gerne. "Sind...
Von mir aus gerne. "Sind Sie übergeschnappt Herr...
Mahakala - 3. Mrz, 14:47
Das sind aber ganz schön...
Das sind aber ganz schön viele Tiefschläge...
NeonWilderness - 3. Mrz, 14:07
Dann müssen wir...
Dann müssen wir eben allein weitermachen. *s
Mahakala - 3. Mrz, 13:10
Entschuldigungen werden...
Entschuldigungen werden schon im Vorfeld abgelehnt,...
Freni (Gast) - 3. Mrz, 13:06
@Herr Mahakala - jetzt...
@Herr Mahakala - jetzt haben'ses tatsächlich geschafft,...
NeonWilderness - 3. Mrz, 12:34

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Last updated on 04.03.12


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Lucky Man

 


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