Dienstag, 20. Oktober 2009

Beunruhigende Zukunftsvisionen

Es ist für mich einerseits verblüffend und gleichzeitig zunehmend beunruhigend, welche seherischen Fähigkeiten sich mir in letzter Zeit eröffnet haben. Nicht, dass mir nicht schon früher Geister (z.B. der vergangenen und zukünftigen Weihnacht) erschienen sind. Doch hielt ich das bislang für eine zu tolerierende Begleiterscheinung der Vorweihnachtszeit und dem leicht psychedelischen Bewusstseinszustand, der sich freundlicherweise beim Genuß von zwei Pfund Zimtsternen in Verbindung mit drei Flaschen Glühwein einstellt.

Jedoch kann das nicht als Erklärung dafür herhalten, dass ich letzte Woche zuerst mir selbst begegnete und dann in die äußerst ambivalente Zukunft von Fräulein Caliente blicken konnte musste. Gerade letztere Offenbarung hat mich tief traumatisiert und erschüttert. Lange haderte ich mit mir selbst, ob ich mit diesem auf kaum greifbaren Eingebungen basierenden, äußerst prekären Wissen an die Öffentlichkeit gehen soll, ja darf! Wie würden diese erschreckenden Erkenntnisse auf ihr soziales Netzwerk wirken? Wie würde sie diese investigative Aufdeckung im besten Wallraff-Stil selbst verarbeiten?

Doch zunächst zu meinem eigenen Déjà-vu, in dessen Verlauf ich, auf der A3 in Richtung Frankfurt bretternd fahrend, meiner selbst ansichtig wurde.

Wer wollte mir da ein Zeichen geben? Was sollte mir dies sagen? Würde ich bald all mein Hab und Gut verkaufen, einen Kastenwagen erwerben, liebevoll bemalen, und dann nur mit dem Nötigsten nach Kanada auswandern? Würde ich endlich meinen Lebenstraum verwirklichen und ein Lichtberatungsstudio in Al-Hammada al-Hamra eröffnen? Minutenlang starrte ich auf den Kleinlastwagen und zermarterte mir das Gehirn.

Als wenn das alles nicht genug gewesen wäre, um mich aus der Bahn zu werfen, musste ich am folgenden Tag auf dem Kundenparkplatz eines Düsseldorfer Getränkehändlers (dessen Identität weiter unter Verschluss gehalten wird) auf folgendes Werbeschild blicken:

Fräulein Caliente (aka "Dolce Vita") hatte sich also entschieden und beabsichtigte, sich nun mit der dunklen Seite der Macht zu verbünden. Ihr karges Leben in Italien war der lebenshungrigen Wilden und ihrer Gier nach aufregenden Erlebnissen nicht mehr genug. Sie wollte mehr! Viel mehr! Das wurde mir jetzt knallhart und mit einem Schlag klar. Traurig und erschüttert blickte ich in ihren aufreizenden Augenaufschlag und klebte dann ein Pflaster auf ihre nackte Brustspitze, während ich meinen Blick keusch abwandte. Gerne erbrachte ich ihr diesen letzten Gruß des Anstands.

Und natürlich werde ich sie trotz meiner hohen sittlichen Maßstäbe und festen moralischen Grundüberzeugungen auf einen Piccolo Kaffee besuchen, wenn sie sich hier niedergelassen hat. Sie hat uns mit ihren tragikkomischen Hausmeister- und Kamerageschichten hier auf Twoday viel Freude gemacht - das sollten wir niemals vergessen! Auch jetzt nicht!

Neon!

Dienstag, 6. Oktober 2009

Alle Lust will Ewigkeit

O Mensch! Gib acht!
Was spricht die tiefe Mitternacht?
"Ich schlief, ich schlief -,
Aus tiefem Traum bin ich erwacht: -
Die Welt ist tief,
Und tiefer als der Tag gedacht.
Tief ist ihr Weh -,
Lust - tiefer noch als Herzeleid:
Weh spricht: Vergeh!
Doch alle Lust will Ewigkeit -,
- will tiefe, tiefe Ewigkeit!"

Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra (1883-1891)

Neon!

Mittwoch, 23. September 2009

Proaktives Kundenerwartungsmanagement

Wenn man sich in einer Welt anspruchsvoller, ungeduldiger und hyperaktiver Kunden bewegt, von denen jeder unbelehrbar überzeugt ist, sein Auftrag seine Problembewältigung sei die Allerwichtigste, ist ein zielorientiertes Erwartungsmanagement im Hinblick auf den nach Lösungen gierenden Kunden unabdingbar.

Hierbei ist größte Sensibilität und zurückhaltendes, vorsichtiges Herantasten an den hypernervösen Erwartungszustand des Kunden extrem wichtig. Klare, überzeugende und für jeden nachvollziehbare Entscheidungskriterien sind hilfreich, damit jeder Kunde zweifelsfrei (und ohne sich zurückgesetzt zu fühlen) versteht, dass er nicht jeden Tag 250% der verfügbaren Arbeitszeit bekommen kann.

Trotz dieser für ihn unbefriedigenden Nachricht muss der Kunde in vollstem Maße überzeugt sein, dass man nur (und ausschließlich) ihm diese 250% furchtbar gerne hätte angedeihen lassen, wenn nicht allgemeine Ressourcenknappheit und die pure Existenz anderer Kunden dieses verhindert hätten.

Lange habe ich über die richtige Methode nachgedacht, die alle oben beschriebenen Parameter in kunstvoller Weise verbindet und den Kunden in seiner Erwartungshaltung mit atemloser Begeisterung zurücklässt erfüllt.

Dann fand ich dieses T-Shirt bei einem Straßenhändler auf dem Broadway. Und mein Problem war perfekt gelöst.

Neon!

Montag, 21. September 2009

Eichelregen und Bucheckernmonsun

In herbstlichen Zeiten wie diesen muss man immer damit rechnen, dass sich die fallenden Eicheln einen Spaß daraus machen, unschuldige Waldläufer exakt auf die Mitte ihrer Schädeldecke zu treffen. Spätestens beim dritten Treffer vermuten auch ansonsten nicht paranoide Zeitgenossen, dass sich oben in den Baumwipfeln irgendjemand heimlich durch die Äste schwingt und uns gelegentlich aus niederen Beweggründen bewirft. Ich zumindest war bislang fest davon überzeugt.

Gestern jedoch bekam ich erste Zweifel an dieser These. Je tiefer ich nämlich in den Herbstwald eintauchte, desto stärker wurde ein seltsames Geräusch, das zuerst klang wie ein sanft beginnender Floridaregen. Vereinzelte dumpfe Einschläge auf weichem Waldboden, abgelöst durch kecke Klock-klock-klocks von über Baumstamm-Bande spielenden Nussfrüchten, gefolgt von einem immer stärker werdenden Surren, Rauschen und geheimnisvollen Prasseln.

Es war nicht der ganze Wald. Bei weitem nicht. Aber eine bestimmte, verschworene Gruppe von Bäumen hatte beschlossen, dass es Zeit wäre für das große Rauschen. Alles war präzise geplant. Einer fing an und gab das Zeichen. Und wie in einer langgezogenen Welle setzen sich um dieses Zentrum herum die Bäume in Bewegung, ächzten kurz, streckten sich durch, schüttelten sich und ließen dann auf Kommando ihre Eicheln und Bucheckern fallen.

15 Minuten dauerte der plötzliche Eichelregen und Bucheckernmonsun. Dann wurde es stiller. "Eicheln Stop!" rief ich vorlaut dem Kommandobaum zu. Der Wald verstummte. "Und da sagt man immer, Mensch und Natur verstehen sich nicht", dachte ich und wandte der Kommandoeiche den Rücken zu. Dann bekam ich die vierte Eichel auf den Kopf. Ich denke, Eichen sind nicht sehr empfänglich für Ironie.

Neon!

In a neon wilderness

he was restless

Come On

and tune in to the bittersweet symphony

Sonnet

Life is either a daring adventure or nothing. To keep our faces toward change and behave like free spirits in the presence of fate is strength undefeatable.”

(Helen Keller - American Author and Educator who was blind and deaf. 1880-1968)



neonwilderness[AT]ymail[DOT]com

Weeping Willow

Er hat eben ein serviles...
Er hat eben ein serviles Wesen@pathologe
Mahakala - 21. Okt, 16:19
Na da haben sich ja wieder...
Na da haben sich ja wieder Waldorf und Stadler auf...
NeonWilderness - 21. Okt, 12:46
Koennen
Sie sich vorstellen, wie das schmerzt, nachdem ich...
pathologe - 21. Okt, 11:24
Teilen Sie sich nicht...
Teilen Sie sich nicht mit ihm gerade ein Kühltruhe?
Mahakala - 21. Okt, 11:21
Frau Araxe
hatte aus Haftungsgruenden Herrn Neons Zunge ein wenig...
pathologe - 21. Okt, 11:19
An den Nippeln scheint...
An den Nippeln scheint er ja ganze Arbeit geleistet...
Mahakala - 21. Okt, 11:16
Herr Neon
ist inzwischen unterhalb des Bauchnabels angekommen.
pathologe - 21. Okt, 11:02
Ich sehe Sie gar nicht...
Ich sehe Sie gar nicht ...
Mahakala - 21. Okt, 10:58

This Time

Online seit 1110 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 21. Okt, 16:19

Lucky Man

 


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